Morbus Bechterew und Berufsunfähigkeit
Kann man wegen Morbus Bechterew berufsunfähig werden?
Wenn starke Schmerzen, Bewegungseinschränkungen oder chronische Entzündung dauerhaft die Arbeitsfähigkeit mindern, kann Morbus Bechterew zur Berufsunfähigkeit führen. Eine Berufsunfähigkeit durch Morbus Bechterew liegt vor, wenn der Versicherte voraussichtlich mindestens sechs Monate nicht mehr in der Lage ist, seinen zuletzt ausgeübten Beruf zu mindestens 50 Prozent auszuführen.
Welche Auswirkungen hat Morbus Bechterew auf den Arbeitsalltag?
Morbus Bechterew ist eine chronisch-entzündliche Erkrankung der Wirbelsäule, die zu Schmerzen, Bewegungseinschränkungen und im fortgeschrittenen Stadium zu Versteifungen führen kann. Die Auswirkungen sind je nach Krankheitsverlauf sehr unterschiedlich und hängen stark von Beruf, Belastung und individueller Symptomatik ab. Besonders gefährdet sind Berufe mit hoher körperlicher Belastung, wie Handwerk, Pflege oder Lagerarbeit, aber auch Tätigkeiten mit langem Sitzen, wenn keine ergonomische Anpassung möglich ist.
Welche Symptome treten bei Morbus Bechterew auf?
Typische Symptome von Morbus Bechterew sind anhaltende, tief sitzende Rückenschmerzen, die vor allem in Ruhe und nachts auftreten. Häufig kommt es morgens zu einer ausgeprägten Steifheit der Wirbelsäule. Mit fortschreitender Erkrankung kann die Beweglichkeit der Wirbelsäule deutlich eingeschränkt sein, in schweren Fällen kommt es zu einer zunehmenden Verkrümmung (Kyphose).
Begleitend treten oft chronische Müdigkeit, Erschöpfung und entzündliche Prozesse in anderen Gelenken auf. Auch Augenentzündungen (Uveitis) sind bei vielen Betroffenen ein wiederkehrendes Problem. Diese Beschwerden wirken sich nicht nur auf die körperliche Leistungsfähigkeit aus, sondern beeinträchtigen durch Schlafstörungen, Schmerzbelastung und Konzentrationsprobleme oft auch die geistige Leistungsfähigkeit.
Besteht Anspruch auf die BU-Rente?
Besteht bereits eine Berufsunfähigkeitsversicherung und werden die vertraglichen Kriterien für Berufsunfähigkeit erfüllt, kann eine BU-Rente beantragt werden. Dafür fordern Versicherungsgesellschaften in der Regel ein detailliertes fachärztliches Attest mit präziser Diagnose, Informationen zum Schweregrad sowie einer Bewertung, inwiefern die Erkrankung die beruflichen Aktivitäten beeinträchtigt. Ergänzend sollten Sie chronologisch geordnete Nachweise wie Röntgen- und MRT-Aufnahmen, Laborbefunde, Entlassungsberichte aus Kliniken und Protokolle über durchgeführte Therapien einreichen. Je vollständiger und objektiver diese Unterlagen sind, desto wahrscheinlicher ist eine zügige und positive Leistungsentscheidung.
Kann man eine Berufsunfähigkeitsversicherung mit Morbus Bechterew abschließen?
Für Personen, die noch keine Berufsunfähigkeitsversicherung abgeschlossen haben und bereits an Morbus Bechterew erkrankt sind, ist die Ausgangslage problematisch. Zwar hängt die Annahmeentscheidung bei vielen Erkrankungen vom individuellen Gesundheitszustand und Krankheitsverlauf ab, doch im Falle von Morbus Bechterew gilt die Diagnose in der Versicherungsbranche als erhebliches Risiko. Der Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung mit Morbus Bechterew ist deshalb in der Praxis nahezu immer ausgeschlossen.
So läuft die Risikoprüfung ab
Vor einer Entscheidung führen Versicherer eine umfassende Risikoprüfung durch. Diese beinhaltet detaillierte Gesundheitsfragen. Bei Vorerkrankungen sind häufig auch fachärztliche Befunde, Röntgenbilder und Berichte über den bisherigen Krankheitsverlauf nötig. Selbst bei derzeit milden Symptomen wird Morbus Bechterew als chronisch fortschreitend eingestuft – mit potenziell gravierenden Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit in der Zukunft. Entsprechend führt die Diagnose meist zu einer Ablehnung des Antrags auf eine Berufsunfähigkeitsversicherung.
Alternativen zur BU bei Morbus Bechterew
Wer aufgrund von Morbus Bechterew keine Berufsunfähigkeitsversicherung mehr abschließen kann, sollte mögliche BU-Alternativen prüfen, um zumindest einen gewissen finanziellen Schutz bei dauerhaften gesundheitlichen Einschränkungen zu gewährleisten:





