Kann eine Berufsunfähigkeitsversicherung trotz Vorerkrankung abgeschlossen werden?
Es ist möglich eine Berufsunfähigkeitsversicherung trotz Vorerkrankung abzuschließen. Viele Erkrankungen führen nicht automatisch zur Ablehnung eines Antrags. Vielmehr prüfen Versicherer das Risiko im Einzelfall und berücksichtigen dabei mehrere Aspekte:
Eine Analyse des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) zeigt, dass etwa 80 Prozent aller Anträge auf eine Berufsunfähigkeitsversicherung – viele auch mit Vorerkrankung – ohne größere Einschränkungen angenommen werden. Abhängig von der Krankheit und dem Krankheitsverlauf bestehen also durchaus Chancen auf den Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung, vorausgesetzt die Gesundheitsfragen werden wahrheitsgemäß beantwortet.
Was zählt als Vorerkrankung?
Als Vorerkrankung gelten alle gesundheitlichen Probleme, die vor der Antragstellung aufgetreten sind. Dazu zählen unter anderem Erkrankungen des Bewegungsapparates wie Arthrose, Krebs und bösartige Geschwülste oder Erkrankungen des Herz-Kreislaufsystems. Versicherer bewerten Vorerkrankungen als zusätzlichen Risikofaktor, da sie die Wahrscheinlichkeit erhöhen können, berufsunfähig zu werden. Eine genaue Prüfung des Gesundheitszustands ist daher fester Bestandteil des Antragsverfahrens. Der Gesundheitszustand ist nur ein Faktor, der bei der sogenannten Risikoprüfung betrachtet wird. Darüber hinaus fließen beispielsweise auch der Beruf sowie Sport und Freizeitaktivitäten in die Entscheidung mit ein.
Risikoprüfung und Gesundheitsfragen bei Vorerkrankungen
Die Risikoprüfung ist ein zentraler Bestandteil beim Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung und dient dazu, das individuelle Risiko des Antragstellers zu bewerten. Der Prozess umfasst mehrere Schritte, die sorgfältig und transparent durchgeführt werden, um eine faire Entscheidung zu treffen.
Ehrlichkeit und Sorgfalt sind entscheidend
Eine ehrliche und präzise Beantwortung der Fragen ist von größter Bedeutung. Falsche oder unvollständige Angaben können dazu führen, dass der Versicherer im Ernstfall keine Berufsunfähigkeitsrente auszahlt, auch wenn der Antrag ursprünglich angenommen wurde. Es ist ratsam, sich bei Unsicherheiten professionelle Unterstützung zu holen, beispielsweise durch einen Versicherungsmakler. Diese Experten können helfen, die Gesundheitsfragen korrekt zu beantworten und die Unterlagen ordnungsgemäß einzureichen.
Abschluss einer BU mit Vorerkrankung: Diese 4 Szenarien gibt es
Wenn eine Vorerkrankung vorliegt, dann gibt es vier verschiedene Szenarien wie der Antrag auf Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung ausgehen kann:

Warum lehnen Versicherer den BU-Antrag bei bestimmten Vorerkrankungen ab?
Die Grundidee einer Versicherung ist der Ausgleich von Risiken in einer Gemeinschaft. Alle Versicherungsnehmer zahlen in einen Topf ein und im Schadensfall wird das Risiko von der Gemeinschaft getragen. Um dies zu gewährleisten, müssen die Versicherer darauf achten, dass die Versichertengemeinschaft nicht durch unverhältnismäßig hohe Risiken belastet wird. Wird eine Vorerkrankung als zu riskant eingeschätzt, kann der Antrag abgelehnt werden, um die finanzielle Stabilität des Versicherungsmodells zu sichern.
Anonyme Voranfrage bei der Berufsunfähigkeitsversicherung
Für Menschen mit Vorerkrankungen bietet sich die Möglichkeit einer anonymen Voranfrage. Dabei wird geprüft, ob und unter welchen Bedingungen ein Vertrag möglich ist, ohne dass dies dokumentiert wird. Die LV 1871 bietet hierfür mit Quick Risk eine spezielle Plattform, die eine unkomplizierte und anonyme Voranfrage ermöglicht. Diese Methode ist ideal, um sich vorab einen Überblick zu verschaffen, ohne die eigene Versicherbarkeit zu beeinträchtigen.
Fazit: Abschluss einer BU mit Vorerkrankung
Der Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung mit Vorerkrankung erfordert zwar eine sorgfältige Vorbereitung, ist aber in vielen Fällen trotzdem möglich. Ob der Vertrag zu regulären Konditionen, mit Risikozuschlägen oder Ausschlüssen abgeschlossen werden kann, hängt maßgeblich von der Art und dem Verlauf der Erkrankung ab. Mit einer anonymen Voranfrage und der Unterstützung durch Experten lassen sich passende Lösungen finden, um die Arbeitskraft trotz Vorerkrankungen gut abzusichern. Eine frühzeitige Beschäftigung mit dem Thema bietet dabei die besten Erfolgsaussichten.






