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Grundfähigkeiten: Erklärung und Definition

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Schnellüberblick

  • Grundfähigkeiten sind grundlegende körperliche und geistige Fähigkeiten, die für ein selbstständiges Leben und die Teilhabe am gesellschaftlichen Alltag nötig sind.

  • Sie umfassen geistige, sensorische, motorische und feinmotorische Fähigkeiten und unterscheiden sich klar von berufsspezifischen Tätigkeiten.

  • Im Versicherungsbereich – etwa bei der Grundfähigkeitsversicherung – entscheidet der dokumentierte Verlust solcher Grundfähigkeiten über Leistungsansprüche.

Was sind Grundfähigkeiten?

Grundfähigkeiten sind grundlegende körperliche und geistige Fähigkeiten, die ein Mensch benötigt, um den Alltag selbstständig zu bewältigen und aktiv am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen. Dazu zählen etwa das Sehen, Gehen, Sprechen oder auch das Erinnerungsvermögen.

Welche Grundfähigkeiten gibt es?

Grundfähigkeiten können in vier Kategorien unterschieden werden: geistige Fähigkeiten, sensorische Fähigkeiten, motorische und feinmotorische Fähigkeiten. Diese Fähigkeiten unterscheiden sich deutlich von berufsspezifischen Tätigkeiten. Während ein Handwerker etwa bohren und sägen können muss, bezieht sich eine Grundfähigkeit wie „Greifen“ auf eine allgemeinere, nicht berufsgebundene Fähigkeit. Genau hier liegt der Unterschied: Grundfähigkeiten sind universell notwendig – unabhängig vom Beruf.

Geistige Fähigkeiten

  • Verstehen, Informationen verarbeiten und Entscheidungen treffen

  • Kommunizieren

  • Selbstständigkeit und Alltagsbewältigung

Infografik zeigt Grundfähigkeiten in den Kategorien sensorische, geistige, motorische und feinmotorische Fähigkeiten

Motorische Fähigkeiten

  • Tragen und Heben

  • Bücken

  • Sitzen

  • Treppensteigen

  • Knien

  • Stehen

  • Gleichgewicht

Sensorische Fähigkeiten

  • Sehen

  • Hören

  • Riechen

Feinmotorische Fähigkeiten

  • Schreiben

  • Bedienung von Touchscreens, Maus oder Tastatur

Warum sind Grundfähigkeiten wichtig?

Grundfähigkeiten sind entscheidend, um ein eigenständiges Leben zu führen – sei es beim Anziehen, Einkaufen, Arbeiten oder Kommunizieren. Wer beispielsweise nicht mehr sehen oder greifen kann, ist im Alltag massiv eingeschränkt. Der Verlust dieser Fähigkeiten bedeutet oft den teilweisen oder vollständigen Verlust der Selbstständigkeit.

Grundfähigkeiten sind nicht nur aus medizinischer und sozialer Sicht relevant, sondern spielen auch eine zentrale Rolle im Kontext von Versicherungen. Besonders im Bereich der Grundfähigkeitsversicherung dient die Einschätzung dieser Fähigkeiten als Grundlage zur Leistungsprüfung.

Bei einer Grundfähigkeitsversicherung, wird nicht der ausgeübte Beruf bewertet, sondern ob bestimmte Fähigkeiten noch vorhanden sind. Sind die Grundfähigkeiten eingeschränkt etwa durch Krankheit oder Unfall, kann Anspruch auf eine Leistung aus der Grundfähigkeitsversicherung bestehen.

Wann gelten Grundfähigkeiten als verloren?

Grundfähigkeiten gelten als verloren, wenn der Verlust medizinisch nachgewiesen ist und voraussichtlich dauerhaft besteht. Ein dauerhafter Verlust von Grundfähigkeiten kann verschiedene Ursachen haben, beispielsweise einen Unfall, eine chronische Erkrankung oder einen altersbedingten körperlichen oder geistigen Abbau.

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Beispiel für den Verlust einer Grundfähigkeit

Nach einem Schlaganfall ist eine Person nicht mehr in der Lage, dauerhaft mit der dominanten Hand zu greifen. Diese Fähigkeit ist für viele alltägliche Aufgaben essenziell – vom Zähneputzen bis zum Ankleiden. In einem solchen Fall liegt ein klassischer Verlust einer Grundfähigkeit vor.

Wie kann man sich gegen den Verlust von Grundfähigkeiten absichern?

Eine Möglichkeit zur Absicherung ist die bereits genannte Grundfähigkeitsversicherung. Sie zahlt eine vertraglich vereinbarte Rente, wenn bestimmte, klar definierte Fähigkeiten verloren gehen –unabhängig vom ausgeübten Beruf.

Der Vorteil: Eine Grundfähigkeitsversicherung kann oft auch dann noch abgeschlossen werden, wenn der Zugang zu anderen Policen wie der Berufsunfähigkeitsversicherung durch Vorerkrankungen erschwert oder ausgeschlossen ist.

Warum ist eine Berufsunfähigkeitsversicherung oft sinnvoller?

Trotz der Vorteile, die eine Grundfähigkeitsversicherung bietet, ist die Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) in vielen Fällen der umfassendere Schutz. Sie leistet bereits dann, wenn die zuletzt ausgeübte berufliche Tätigkeit infolge gesundheitlicher Einschränkungen zu mindestens 50 Prozent nicht mehr ausgeübt werden kann – unabhängig davon, welche konkrete Fähigkeit betroffen ist.

Vor allem bei psychischen Erkrankungen, die häufig nicht mit dem messbaren Verlust einzelner Grundfähigkeiten einhergehen, bietet die BU einen deutlich besseren Leistungsumfang. Die Grundfähigkeitsversicherung kann jedoch eine sinnvolle Ergänzung oder Alternative sein, beispielsweise für Personen, die keine Berufsunfähigkeitsversicherung abschließen können, etwa aufgrund gesundheitlicher Vorbelastungen oder eines risikoreichen Berufs. Beide Versicherungsarten verfolgen ein ähnliches Ziel: finanzielle Stabilität im Falle eines gravierenden gesundheitlichen Einschnitts.

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