Warum sind Aktien für die Altersvorsorge interessant?
Daten des Deutschen Aktieninstituts zeigen, dass breit gestreute Aktienanlagen in der Vergangenheit über lange Zeiträume hinweg durchschnittliche Renditen von rund 6 bis 8 Prozent pro Jahr erzielen konnten. Damit lagen sie häufig über klassischen Sparformen wie Tages- oder Festgeld.
Für die Altersvorsorge ist dieser Unterschied erheblich. Bereits wenige Prozentpunkte mehr Rendite pro Jahr können über einen Anlagezeitraum von 30 oder 40 Jahren darüber entscheiden, ob zum Renteneintritt mehrere Zehntausend Euro zusätzlich zur Verfügung stehen. Vor dem Hintergrund eines sinkenden Rentenniveaus wird dieser Fakt noch bedeutender.
Die höheren Renditechancen von Aktien gehen mit dem Risiko zwischenzeitlicher Kursverluste einher. Kapitalmarktforscher nennen insbesondere vier Punkte, die den langfristigen Anlageerfolg maßgeblich beeinflussen:
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Weitere InformationenFür wen eignet sich Altersvorsorge mit Aktien?
Unter Berücksichtigung von Renditestatistiken und Marktschwankungen eignet sich Altersvorsorge mit Aktien vor allem für Menschen, die bis zum Renteneintritt noch einen längeren Anlagehorizont vor sich haben – idealerweise Jahrzehnte. Denn je mehr Zeit bis zum Renteneintritt verbleibt, desto leichter lassen sich zwischenzeitliche Kursschwankungen aussitzen. Durchhaltevermögen ist demnach ein Muss, um die Altersvorsorge mit Aktien umzusetzen. Auch der Zinseszinseffekt belohnt einen frühen Einstieg in den Aktienhandel, sofern Erträge aus Dividenden reinvestiert werden.
Wie hoch der Aktienanteil in der Altersvorsorge ausfallen sollte, ist vor allem abhängig vom eigenen Risikobewusstsein. Banken, Vermögensverwalter und Finanzberater arbeiten hierfür häufig mit sogenannten Risikoklassen.
Typischerweise werden Anleger in sieben Risikostufen eingeteilt:
Wie funktionieren Aktien als Altersvorsorge?
Kaufen Sie Aktien, werden Sie zum Aktionär beim Unternehmen des erworbenen Wertpapiers. Plakativ gesprochen, erwerben Sie mit einer Aktie einen kleinen Anteil an einem Unternehmen. Aktionäre beteiligen sich damit indirekt am wirtschaftlichen Erfolg des Unternehmens und können auf zwei Wegen von ihrer Investition profitieren:
- Kurssteigerungen: Entwickelt sich ein Unternehmen erfolgreich, steigt auch der Wert der Aktie. Verkauft der Anleger seine Anteile später zu einem höheren Kurs, entsteht ein Gewinn.
- Dividenden: Manche Unternehmen schütten einen Teil ihres Gewinns an ihre Aktionäre aus. Diese Ausschüttungen werden als Dividenden bezeichnet und sind eine zusätzliche Ertragsquelle.
Übrigens ist es längst nicht mehr notwendig, eine ganze Aktie zu kaufen. Viele Broker bieten mittlerweile sogenannte Teilaktien an. So können Sie dadurch beispielsweise auch mit kleineren Beträgen regelmäßig in hochpreisige Unternehmen investieren, bei denen eine Aktie sonst mehrere Hundert Euro kostet.
Einzelaktien, Fonds oder ETFs: Was ist der Unterschied?
Aktien lassen sich in Form von Einzelaktien, Fonds sowie ETFs handeln. Das sind die Unterschiede:
ETFs sind eine spezielle Art von Fonds. Der Unterschied zwischen Investmentfonds und ETFs ist, dass ein Investmentfonds in der Regel aktiv verwaltet wird, sprich der Fondsmanager wählt die zu investierenden Unternehmen aktiv aus. Ein ETF funktioniert passiv.

Warum Streuung so wichtig ist
Eine breite Streuung im Portfolio ist wichtig, damit Ihre Altersvorsorge nicht von einzelnen Entwicklungen zum Beispiel in bestimmten Branchen oder Ländern abhängig ist. Denn falsch gewählte Aktien bringen dauerhaft hohe Verluste. Untersuchungen von J.P. Morgan zeigen beispielsweise, dass nahezu die Hälfte aller börsennotierten US-Unternehmen innerhalb von 45 Jahren einen dauerhaften Wertverlust von mindestens 70 Prozent zwischen Höchst- und Tiefstand verzeichnete.
Fachleute bezeichnen die Streuung innerhalb eines Portfolios als Diversifikation. Bezogen auf Aktien bedeutet das:
Welche Chancen bietet private Altersvorsorge mit Aktien?
Die wichtigsten Chancen und Vorteile von Aktien als Teil der Altersvorsorge im Überblick:
Ihre Anlagestrategie können Sie an Ihren persönlichen Anlagehorizont, die Risikobereitschaft und die eigenen Vorsorgeziele anpassen – sei es durch Aktien verschiedener Unternehmen und Branchen oder verschiedener Anlageklassen auf Basis von Aktien.
Welche Risiken gibt es bei Aktien als Altersvorsorge?
Die größten Risiken und Nachteile von Aktien als Teil der Altersvorsorge im Überblick:
Altersvorsorge mit Aktien: Welche Möglichkeiten gibt es?
Das sind Möglichkeiten der Altersvorsorge mit Aktien:
Wertpapierdepot mit Aktien, Fonds oder ETFs
Ein Wertpapierdepot bietet die größte Flexibilität. Anleger können selbst entscheiden, in welche Aktien, Fonds oder ETFs investiert wird, Sparraten anpassen oder das Portfolio jederzeit verändern. Diese Freiheit bringt allerdings auch Verantwortung mit sich. Denn so müssen Anleger auch selbst bestimmen, welche Produkte sie auswählen, wie hoch der Aktienanteil ausfallen soll und wie sie ihr Risiko steuern. Hinzu kommt eine weitere Herausforderung, die häufig unterschätzt wird: die Entnahmephase. Bei einem Depot müssen Sie selbst planen, wie viel Kapital Sie wirklich jährlich entnehmen können, ohne dass das Vermögen vorzeitig aufgebraucht wird. Zudem ist es wichtig einige Jahre vor dem Ruhestand Teile des Vermögens in risikoärmere Anlagen umzuschichten, um Kursverluste zum Renteneintritt zu verhindern.
Fondsgebundene Rentenversicherung mit Aktien
Eine fondsgebundene Rentenversicherung investiert die eingezahlten Beiträge in ausgewählte Aktienfonds. Wie viel Rente Sie erhalten, entscheidet sich also unter anderem anhand der Wertentwicklung des investierten Fonds. Mit einer Fondsrente kombinieren sie das Beste aus zwei Welten: einerseits die Renditechancen vom Kapitalmarkt, andererseits profitieren Sie von inkludierten Leistungen wie Anlauf-, Ablauf- und Ausgleichsmanagement oder der Möglichkeit in von Experten zusammengestellte Portfolios zu investieren. Mit der Fondsrente MeinPlan können Sie beispielsweise die exklusiven Portfolios Expertenpolice, ETF-Portfolio Plus oder Aktiv-Portfolio Weitsicht wählen oder sich aus circa 160 ausgewählten Fonds und ETFs ein individuelles Portfolio zusammenstellen.
Private Rentenversicherung mit Aktien: Was steckt dahinter?
Eine private Rentenversicherung mit Aktien vereint die Renditechancen der Kapitalmärkte mit den Eigenschaften einer Rentenversicherung. Der Kapitalaufbau erfolgt dabei über Fonds oder ETFs, die in Aktien investieren. Der Versicherungsmantel übernimmt dagegen die Rolle der Altersvorsorge. Er regelt, wie Beiträge eingezahlt werden, welche Auszahlungsoptionen bestehen und wie das angesparte Kapital später genutzt werden kann.
Worauf sollten Verbraucher bei der Altersvorsorge mit Aktien achten?
Bevor Sie sich für eine bestimmte Anlagestrategie oder ein Vorsorgeprodukt entscheiden, lohnt sich ein Blick auf die wichtigsten Kriterien:
Kosten verstehen und vergleichen
Der Aktienhandel ist sowohl bei einem Broker als auch über einen Versicherungsvertrag mit Gebühren verbunden. Verbraucherschützer empfehlen vor einer Entscheidung für einen Anbieter die Gesamtkosten einer Lösung zu prüfen. Dazu zählen beispielsweise
Nicht nur auf Rendite schauen
Hohe Renditeaussichten sind häufig der Hauptgrund, warum sich Menschen mit Aktien als Altersvorsorge beschäftigen. Ebenso relevant sind Fragen zur Flexibilität, zur späteren Verfügbarkeit des Vermögens, zu den Auszahlungsoptionen im Ruhestand und zur steuerlichen Behandlung. Je nachdem, ob Sie auf ein Wertpapierdepot oder eine Rentenversicherung setzen, können sich diese Rahmenbedingungen deutlich unterscheiden.
Häufige Fehler bei Aktien als Altersvorsorge
Die langfristigen Renditechancen von Aktien sind gut dokumentiert. Dennoch bleiben viele Anleger hinter ihren Möglichkeiten zurück. Das sind häufige Fehlerquellen:
Altersvorsorge mit Aktien und Sicherheit: Geht das zusammen?
Sicherheit und eine Altersvorsorge mit Aktien schließen sich nicht aus. Sicherheit entsteht gerade bei der Altersvorsorge durch eine durchdachte Anlagestrategie. Dazu gehören eine breite Diversifikation, regelmäßige Sparraten, ein ausreichend langer Anlagehorizont und eine Aktienquote, die auch in schwankenden Börsenphasen durchgehalten werden kann.
Garantien kosten Renditechancen
Bei Altersvorsorgeprodukte haben Sie oft die Option einen gewissen Garantieanteil einzuschließen. Um diese Garantien jedoch abzusichern, muss ein Teil des Kapitals in vergleichsweise sichere Anlagen investiert werden. Dadurch sinkt meist der Anteil, der in Aktien fließen kann. Weniger Aktien bedeuten wiederum geringere Chancen auf langfristiges Wachstum.
Für Verbraucher entsteht deshalb ein Zielkonflikt:
Hier ist wieder das eigene Risikoprofil eine Stütze, um für sich zu bewerten, inwieweit Garantien oder die Chance auf Renditen relevanter für die eigene Anlagestrategie sind.
Fazit: Aktien können ein wichtiger Baustein der privaten Altersvorsorge sein
Aktien bieten langfristig höhere Renditechancen als viele klassische Sparformen, bringen jedoch auch Schwankungen mit sich. Entscheidend sind daher eine passende Anlagestrategie, ausreichend Zeit bis zum Renteneintritt und eine breite Streuung des Vermögens. Ob über ein Depot, ETFs, Fonds oder eine fondsgebundene Rentenversicherung – Aktien können dabei helfen, zusätzliches Vermögen für den Ruhestand aufzubauen.
Häufige Fragen
Wichtiger Hinweis
Der vorstehende Text sowie die Hinweise und Informationen stellen ausdrücklich keine Anlageberatung oder Empfehlung dar. Es handelt sich bei allen Aussagen um eine/unsere allgemein veröffentlichte Meinung. Die Informationen im vorstehenden Text sind nicht auf eine individuelle Situation zugeschnitten und sind daher kein Ersatz für eine professionelle und individuelle Beratung durch hierfür qualifizierte Personen.
Risikohinweis: Die Wertentwicklung in der Vergangenheit stellt keinen zuverlässigen Indikator für die zukünftige Entwicklung dar. Aktien und Fonds können steigen und fallen, selbst ein Totalverlust ist nicht ausgeschlossen.









