Wie hoch ist die durchschnittliche Lebenserwartung in Deutschland?
Laut aktueller Sterbetafel 2022/2024 liegt die durchschnittliche Lebenserwartung in Deutschland bei 78,5 Jahren für Männer und 83,2 Jahren für Frauen. Menschen erreichen heute damit ein deutlich höheres Alter als noch frühere Generationen.
Den Kontext zur Lebenserwartung gibt hier der historische Vergleich: In der ersten allgemeinen Sterbetafel von 1871/1881 lag sie bei Männern noch bei 35,6 Jahren und bei Frauen bei 38,5 Jahren. Seitdem hat sich die durchschnittliche Lebenserwartung in Deutschland mehr als verdoppelt.
Durchschnittliches Sterbealter in Deutschland im Überblick
Neben der durchschnittlichen Lebenserwartung wird häufig auch über das durchschnittliche Sterbealter gesprochen. Diese Begriffe werden oft synonym genutzt, unterscheiden sich jedoch in ihrer Bedeutung:
Durchschnittliche Lebenserwartung von Frauen und Männern im Vergleich
Frauen werden in Deutschland statistisch 4,7 Jahre älter als Männer. Dieser Unterschied zeigt sich bereits seit vielen Jahrzehnten.
Durchschnittliche Lebenserwartung von Frauen
Frauen haben in Deutschland seit vielen Jahren die höhere durchschnittliche Lebenserwartung. Laut Statistischem Bundesamt liegt sie derzeit bei 83,2 Jahren. Die historische Entwicklung zeigt einen deutlichen Anstieg: Denn Anfang der 1970er Jahre war die Lebenserwartung von Frauen durchschnittlich noch rund zehn Jahre niedriger.
Durchschnittliche Lebenserwartung von Männern
Die durchschnittliche Lebenserwartung von Männern liegt in Deutschland aktuell bei 78,5 Jahren. Auch bei Männern ist die Lebenserwartung in den vergangenen Jahrzehnten deutlich gestiegen. So lag sie Anfang der 1970er Jahre noch bei rund elf Jahren weniger.
Warum die durchschnittliche Lebenserwartung nur ein Richtwert ist
Die durchschnittliche Lebenserwartung stellt wie viele statistische Betrachtungen nur eine Annährung auf Basis der Gesamtbevölkerung dar. Sie kann als Richtwert dienen, jedoch ist die Lebenserwartung jeder Person sehr individuell und von vielen verschiedenen Faktoren abhängig.
Statistik vs. individuelles Leben: Wo liegt der Unterschied?
Die durchschnittliche Lebenserwartung basiert auf statistischen Berechnungen und aktuellen Sterblichkeitsdaten. Sie zeigt also einen Durchschnittswert über die gesamte Bevölkerung hinweg. Für einzelne Menschen kann die tatsächliche Lebensdauer aber deutlich davon abweichen. Manche versterben früher durch Krankheiten oder Unfälle, andere erreichen ein deutlich höheres Alter als der Durchschnitt.
Diese Faktoren beeinflussen, wie alt wir wirklich werden
Zu den wichtigsten Einflussfaktoren auf das durchschnittliche Lebensalter gehören unter anderem:
Auch die Lebensumstände spielen eine Rolle. Menschen mit höherem Einkommen oder besserem Zugang zu medizinischer Versorgung erreichen statistisch oft ein höheres Alter (RKI).
Leben wir heute länger als früher und kürzer als morgen?
Die durchschnittliche Lebenserwartung hat sich seit dem 19. Jahrhundert mehr als verdoppelt. Auch für die kommenden Jahrzehnte rechnen Statistiker mit einem weiteren Anstieg.
Quelle: Statista: Lebenserwartung in Deutschland bei Geburt nach Geschlecht bis 2070
Warum medizinischer Fortschritt eine zentrale Rolle spielt
Der medizinische Fortschritt trägt dazu bei, dass Menschen heute länger leben als früher. Viele Krankheiten können mittlerweile früher erkannt, besser behandelt oder verhindert werden.
Zur steigenden Lebenserwartung tragen unter anderem bei:
Was bedeutet eine steigende Lebenserwartung für Ihre finanzielle Zukunft?
Eine steigende Lebenserwartung bedeutet nicht nur, dass Menschen älter werden. Sie verändert auch die finanzielle Planung für den Ruhestand. Denn je länger Menschen leben, desto länger muss das vorhandene Geld später ausreichen. Da neben der gesetzlichen Rente mittlerweile auch privat vorgesorgt werden muss, sollten Sie bedenken, dass private finanzielle Mittel für immer mehr Jahre im Ruhestand reichen müssen. Das sogenannte Langlebigkeitsrisiko beschreibt eben dieses Risiko, dass das eigene Vermögen oder die Altersvorsorge nicht bis zum Lebensende ausreicht.
Hohe Lebenserwartung und Rente: Eine kritische Kombination
Somit stellt die steigende Lebenserwartung auch Anforderungen an Ihre Altersvorsorge. Das System in Deutschland ist dafür allerdings nicht wirklich ausgelegt. Die meisten Formen privater Vorsorge zielen darauf ab, Vermögen über einen begrenzten Zeitraum aufzubauen – nicht zwingend darauf, mehrere Jahrzehnte Ruhestand finanziell abzusichern.
Gerade bei ETF-Sparplänen oder klassischem Vermögensaufbau wird häufig unterschätzt, wie viel Kapital später tatsächlich benötigt wird. Denn das angesparte Geld muss nicht nur entnommen werden können, sondern gleichzeitig Inflation, mögliche Börsenschwankungen und steigende Kosten im Alter auffangen. Bei einer privaten Rentenversicherung wird im Gegensatz dazu eine lebenslange, monatliche Rente ausgezahlt - unabhängig davon wie alt man tatsächlich wird.
Wie lange muss das Geld im Ruhestand reichen?
Wer heute mit 65, 66 oder 67 Jahren in Rente geht, muss seinen Ruhestand statistisch oft noch für 20 Jahre oder länger finanzieren. Dadurch entsteht ein finanzieller Zeitraum, den viele Menschen unterschätzen. Denn die laufenden Kosten enden mit dem Renteneintritt nicht. Neben Miete, Energie, Lebensmitteln oder Freizeit steigen im höheren Alter häufig auch Ausgaben für Gesundheit, Medikamente, Pflege oder Umbauten im Wohnraum.
Wie viel Kapital dafür tatsächlich nötig ist, wird oft erst auf den zweiten Blick deutlich. Benötigen Sie beispielsweise zusätzlich 1.500 Euro pro Monat, summiert sich das über 20 Jahre bereits auf rund 360.000 Euro. Bei 25 Jahren Ruhestand wären es schon 450.000 Euro – Inflation, größere Anschaffungen und mögliche Wertverluste noch nicht eingerechnet.
Das Risiko der Rentenlücke im hohen Alter
Wie viel Kapital exakt fehlt, ergibt sich aus der Rentenlücke. Beispielhaft gesagt ist sie die finanzielle Lücke
Eine aktuelle Studie von Fidelity International zeigt, dass viele Menschen ihren Ruhestand finanziell zu knapp planen. Die Untersuchung zeigt unter anderem:
Lebenslange Rentenzahlungen als Lösung für ein langes Leben
Eine private Rentenversicherung wie zum Beispiel eine Fondsrente hilft das sogenannte Langlebigkeitsrisiko zu umgehen. Aus der privaten Altersvorsorge erhalten Sie ab dem vereinbarten Rentenbeginn für den Rest Ihres Lebens eine monatliche Zahlung - zusätzlich zur gesetzlichen Rente. Selbst wenn Sie deutlich älter werden als statistisch erwartet und das eingezahlte Kapital bereits aufgebraucht ist, endet die Rentenzahlung nicht.
Das unterscheidet die private Rentenversicherung von vielen anderen Vorsorgeformen. Bei einem klassischen Depot oder ETF-Sparplan entnehmen Sie Geld aus Ihrem angesparten Vermögen. Irgendwann kann dieses Kapital aufgebraucht sein. Bei einer privaten Rentenversicherung trägt dagegen der Versicherer das sogenannte Langlebigkeitsrisiko.
Für wen sind Rentenversicherungen mit lebenslanger Auszahlung besonders relevant?
Für diese beiden Gruppen ist eine Rentenversicherung mit lebenslanger Auszahlung extrem wichtig, da Versorgungslücken im Alter tendenziell höher sind als bei anderen Personen:
Wie Sie Ihre persönliche Lebenserwartung realistisch einschätzen
Die durchschnittliche Lebenserwartung kann eine erste Orientierung geben. Ein genauer Blick auf Ihr Leben lässt tendenziell aber größere Rückschlüsse auf Ihre individuelle Lebenserwartung schließen als die Statistik selbst.
Gesundheit, Lebensstil und Vorsorge ehrlich bewerten
Ein ehrlicher Blick auf die persönlichen Lebensgewohnheiten und die eigene Gesundheit hilft, die eigene Lebenserwartung etwas einzuordnen. Diese Fragen können Sie sich stellen:
Warum durchschnittlich Werte selten die richtige Planungsbasis sind
Die durchschnittliche Lebenserwartung bedeutet nicht, dass Menschen genau dieses Alter erreichen. Viele Menschen leben deutlich länger. Deshalb ist es oft sinnvoller, finanziell eher mit einem langen und erfüllten Leben zu planen.
Fazit: Durchschnittliche Lebenserwartung verstehen und finanziell richtig handeln
Die Statistik zeigt klar und deutlich, dass wir in einer immer älter werdenden Gesellschaft leben. Damit verlängert sich auch die Zeit, in der die eigene Altersvorsorge später tragen muss. Lebenslange Rentenzahlungen aus einer privaten Rentenversicherung wie zum Beispiel der Fondsrente MeinPlan der LV 1871 können dabei helfen, das Langlebigkeitsrisiko zu reduzieren.












