Altersvorsorge
Altersvorsorgedepot
Zuletzt aktualisiert am 08.09.2026
Was ist das Altersvorsorgedepot überhaupt?
Das Altersvorsorgedepot ist ein staatlich gefördertes Wertpapierdepot für die private Altersvorsorge. Damit können Sie regelmäßig Geld für den Ruhestand zurücklegen und es am Kapitalmarkt anlegen. Mit dem Altersvorsorgedepot werden ab 2027 erstmals auch Anlagen in Fonds und ETFs staatlich unterstützt.
Wann soll das Altersvorsorgedepot kommen?
Das Altersvorsorgedepot wird ab dem 1. Januar 2027 angeboten werden. Die Neueinführung der geförderten Altersvorsorge wurde am 27.3.2026 vom Bundestag beschlossen, am 08.5.2026 vom Bundesrat gebilligt und am 29.05.2026 verkündet. Einzelne Teile traten schon am 30.05.20266 in Kraft. Ab 1 Januar 2027 können geförderte ETF-/Fondsdepots als Riester-Nachfolger angeboten und die entsprechenden Produkte bei Banken und Versicherungen abgeschlossen werden.
Wichtig: Bestehende Riester-Verträge bleiben bestehen. Die neuen Angebote zum Altersvorsorgedepot gilt vor allem für Neuverträge ab 2027. Für bestehende Riester-Verträge wird es Wahl- und Wechselmöglichkeiten geben.
Unterschied zu Rürup-Rente, privater Rentenversicherung & Co.
Die Altersvorsorge in Deutschland besteht aus verschiedenen Bausteinen. Neben der gesetzlichen Rente gibt es mehrere staatlich geförderte und private Modelle. Das geplante Altersvorsorgedepot soll diese Landschaft ergänzen bzw. ist als Weiterentwicklung der Riester-Rente geplant. Dabei setzt der Gesetzgeber stärker auf Kapitalmarktanlagen, da bestehende Modelle überwiegend auf reine Versicherungsprodukte ausgerichtet sind.
Abgrenzung des Altersvorsorgedepots zu bestehenden Vorsorgeoptionen:
Welche staatliche Förderung gibt es beim Altersvorsorgedepot?

Die Bundesregierung wird das Altersvorsorgedepot durch staatliche Zulagen und steuerliche Vorteile fördern. Die Förderungen orientieren sich dabei direkt an den eigenen Einzahlungen und sind für alle inländisch gesetzlich Rentenversicherte vorgesehen.
Steuerliche Behandlung
Eigene Beiträge plus der Zulagenanspruch können in der Ansparphase unter bestimmten Voraussetzungen bis zu 2.340 Euro (1.800 Eigenbeitrag+ 540 Euro Grundzulage) als Sonderausgaben in der Steuererklärung berücksichtigen werden. Das Finanzamt führt bei Ihrer Steuererklärung eine automatische Günstigerprüfung durch, ob die direkte Zulage oder die Steuerersparnis durch den Sonderausgabenabzug für Ihre individuelle Situation besser ist. Sie erhalten entweder die reine Zulage (Grund- und Kinderzulagen) oder die steuerliche Entlastung. Die doppelte Förderung durch Zulagen und steuerliche Entlastung ist nicht vorgesehen. Während der Ansparphase werden Wertsteigerungen oder Erträge im Altersvorsorgedepot nicht besteuert. Die Besteuerung erfolgt nachgelagert in der Rentenphase mit dem individuellen Einkommenssteuersatz.
Wie funktioniert das Altersvorsorgedepot in der Praxis?
Das Altersvorsorgedepot wird ab 1. Januar 2027 nach einem einfachen Grundprinzip funktionieren: Während des Berufslebens sparen Sie regelmäßig Geld an, das am Kapitalmarkt angelegt wird. Gleichzeitig erhalten Sie bis zu einem Maximalbetrag für jeden eingezahlten Euro einen Zuschuss vom Staat. Über viele Jahre hinweg kann sich so Vermögen für den Ruhestand aufbauen.
Das Modell ist dabei in zwei zentrale Phasen unterteilt: die Ansparphase und die spätere Auszahlung im Ruhestand (Auszahl- bzw. Rentenphase):
Warum plant die Bundesregierung das Altersvorsorgedepot?
Die Bundesregierung plant das Altersvorsorgedepot im Rahmen einer Reform der privaten Altersvorsorge. Grundlage ist ein Gesetzentwurf, der 2026 von Bundestag und Bundesrat beschlossen und verkündet wurde. Ursprünglich wurde das Konzept von der Ampel-Regierung gestartet und konnte nach November 2024 durch das Scheitern der Koalition nicht mehr umgesetzt werden.
Mit der Reform reagiert die Politik auf mehrere Entwicklungen im Rentensystem. Die gesetzliche Rente bleibt zwar die wichtigste Säule der Altersvorsorge. Mit der Reform soll die zusätzliche private Vorsorge gestärkt werden.
Hintergrund: Demografischer Wandel
In Deutschland gehen immer mehr Menschen in Rente, während gleichzeitig weniger Menschen in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen. Dadurch verschiebt sich das Verhältnis zwischen Beitragszahlern und Rentnern. 1957 kamen noch rund 373 Beitragszahler auf 100 Rentner. 2023 waren es nur noch etwa 220. Bis 2045 könnten es laut der Deutschen Rentenversicherung nur noch rund 174 Beitragszahler je 100 Rentner sein.
Parallel spüren wir die Auswirkungen des demografischen Wandels. Das heißt die Zahl älterer Menschen steigt deutlich gemäß Hochrechnungen des Statistischen Bundesamtes. Bis Mitte der 2030er Jahre wird die Bevölkerung im Rentenalter in Deutschland voraussichtlich um etwa vier Millionen Menschen auf mindestens 20 Millionen wachsen.

Politisches Ziel der neuen geförderten Rente
Mit dem Altersvorsorgedepot will die Bundesregierung die geförderte private Altersvorsorge neu aufstellen. Das Altersvorsorgedepot entwickelt das Konzept der Riester-Rente weiter und verbessert es. Es soll einfacher verständlich sein und setzt stärker auf langfristige Kapitalmarktanlagen. Zugleich soll die staatliche Förderung mehr Menschen befähigen, zusätzlich zur gesetzlichen Rente Vermögen für den Ruhestand aufzubauen.
Altersvorsorgedepot vs. ETF-Sparplan
Sowohl das Altersvorsorgedepot als auch ein ETF-Sparplan setzen auf langfristige Geldanlage am Kapitalmarkt. Viele Menschen nutzen ETF-Sparpläne bereits, um regelmäßig Geld zu investieren.
ETF (Exchange Traded Fund)
ETF-Sparplan:
Das Altersvorsorgedepot folgt einem ähnlichen Prinzip wie der ETF-Sparplan, ergänzt die Anlage aber um eine staatliche Förderung. Das sind Unterschiede und Gemeinsamkeiten.
Gemeinsamkeit beider Modelle
Sowohl das Altersvorsorgedepot als auch ein ETF-Sparplan verfolgen ein ähnliches Grundprinzip: Sie investieren Ihr Geld über viele Jahre hinweg am Kapitalmarkt. Beide Modelle setzen damit auf langfristigen Vermögensaufbau und nutzen die Renditechancen breit gestreuter Kapitalmarktanlagen.
Zentrale Unterschiede
Der wichtigste Unterschied liegt in der staatlichen Förderung. Beim Altersvorsorgedepot unterstützen Zulagen und mögliche steuerliche Vorteile die eigenen Einzahlungen. Ein klassischer ETF-Sparplan bietet diese staatliche Förderung nicht. Dafür ist er unter Umständen kostengünstiger, abhängig davon, bei welchem Anbieter Sie das AV-Depot abschließen und, ob Sie sich für das Standard-Depot mit maximal 1 Prozent Effektivkosten entscheiden. Ein ETF ist jedoch meist flexibler, da Anleger jederzeit frei über ihr Geld verfügen können. Auch beim Altersvorsorgedepot haben Rentenversicherte prinzipiell Zugriff auf Ihr Vermögen, jedoch verlieren Sie die Fördervorteile, wenn Sie vor dem 65. Lebensjahr Geld entnehmen. Es gibt jedoch Ausnahmen für gefördertes Wohneigentum, eine Kleinbetragsrente und bis zu 30 Prozent Teilauszahlung bei Beginn der Auszahlphase. Für viele Menschen kann diese Zugriffsbeschränkung ein Vorteil sein, da Sie die Disziplin, die es für den langfristigen Vermögensaufbau erfordert, unterstützt.
Für wen kann das Altersvorsorgedepot interessant sein?
Grundsätzlich ist das Altersvorsorgedepot für einen großen Teil der deutschen Bevölkerung relevant – insbesondere für alle obig genannten mittelbar und unmittelbar Förderberechtigen. Betrachtet man die Förderlogik, dann profitieren kleine und mittlere Beiträge prozentual besonders stark. Laut Bundesfinanzministerium soll das AV-Depot auch für Personen mit niedrigeren Einkommen interessant sein. Bei Gutverdienern wiederum kann die Möglichkeit zum Sonderausgabenabzug spannend sein.
Für diese Zielgruppen kann das AV-Depot besonders interessant sein:

Tipps: So holen Sie das Maximum aus dem Altersvorsorgedepot heraus
Damit Sie langfristig möglichst stark vom Altersvorsorgedepot profitieren, kommt es vor allem auf drei Dinge an: einen frühen Start, passende Investments und eine durchdachte Kombination mit anderen Vorsorgeformen.
1. Früh starten und Förderungen voll ausschöpfen
Starten Sie möglichst früh mit Ihrer Altersvorsorge - idealerweise ab Januar 2027, wenn die Produkte für das Altersvorsorgedepot angeboten werden. Je länger Ihr Geld investiert ist, desto stärker kann der Zinseszinseffekt wirken. Das bedeutet: Ihre Erträge werden wieder mit angelegt und erwirtschaften selbst neue Erträge. Achten Sie außerdem darauf, die staatlichen Förderungen vollständig zu nutzen. Prüfen Sie, welcher jährliche Beitrag notwendig ist, um die maximale Zulage zu erhalten. So erhöhen Sie den Effekt Ihrer eigenen Einzahlungen und beschleunigen den Vermögensaufbau.
2. Auf kostengünstige, breit gestreute ETFs setzen
Setzen Sie bei der Geldanlage auf kostengünstige und breit gestreute ETFs, soweit der gewählte AV-Depot-Vertrag eine entsprechende ETF-Auswahl zur Verfügung hat. Ein ETF auf einen weltweiten Index kann mehrere hundert oder sogar tausend Unternehmen aus verschiedenen Ländern und Branchen enthalten. Entwickelt sich ein einzelnes Unternehmen schlechter, fällt das im Gesamtportfolio weniger stark ins Gewicht.
3. Altersvorsorgedepot sinnvoll mit anderer Vorsorge kombinieren
Bauen Sie Ihre Altersvorsorge möglichst auf mehreren Säulen auf. Kombinieren Sie das Altersvorsorgedepot zum Beispiel mit der gesetzlichen Rente, einer betrieblichen Altersvorsorge und einem ETF-Sparplan. So sichern mehrere Säulen Ihren Lebensunterhalt im Alter (siehe auch 3-Säulen-Modell). Achten Sie außerdem auf niedrige laufende Kosten. Schon kleine Unterschiede bei den Gebühren können über viele Jahre einen großen Einfluss auf die Rendite haben. Je geringer die Kosten, desto mehr Erträgen bleiben langfristig in Ihrem Depot.
Wichtiger Hinweis
Wichtiger Hinweis: Diese Informationen stellen ausdrücklich keine Anlageberatung oder Empfehlung dar und erheben trotz größtmöglicher Sorgfalt bei Auswahl und Erstellung keinen Anspruch auf Vollständigkeit, Richtigkeit und Aktualität.





