Rendite bei der privaten Rentenversicherung
Wie hoch ist die Rendite einer privaten Rentenversicherung?
Wie hoch die Rendite einer privaten Rentenversicherung ausfällt, lässt sich nicht pauschal beantworten. Entscheidend sind vor allem die gewählte Vertragsart, die Art der Kapitalanlage, die Laufzeit, die Kosten, der Garantieumfang und der Rentenfaktor. Während eine klassische private Rentenversicherung auf Sicherheit und garantierte Leistungen ausgerichtet ist, bietet eine fondsgebundene Rentenversicherung meist höhere Renditechancen – allerdings verbunden mit den Schwankungen der Kapitalmärkte.
Was bedeutet Rendite bei einer privaten Rentenversicherung?
Die Rendite beschreibt, wie sich die eingezahlten Beiträge nach Abzug der Kosten über die Vertragslaufzeit entwickeln. Hierbei ist es wichtig die Verzinsung der Kapitalanlage, das aufgebaute Vertragsguthaben und die später ausgezahlte Rente nicht miteinander zu verwechseln.
Für die tatsächliche Rendite sind unter anderem folgende Faktoren relevant:
- Summe der eingezahlten Beiträge,
- Abschluss-, Vertriebs-, Verwaltungs- und gegebenenfalls Fondskosten
- Wertentwicklung der Kapitalanlage
- Höhe vereinbarter Garantien
- Dauer der Ansparphase
- Rentenfaktor zum Rentenbeginn
- Form der Auszahlung
- Inflation
Eine angenommene Fondsperformance von beispielsweise durchschnittlich sechs Prozent pro Jahr bedeutet daher nicht, dass auch der Versicherungsvertrag sechs Prozent Rendite erzielt. Auch die Kosten des Vertrags und der Fonds müssen berücksichtigt werden.
Welche Faktoren beeinflussen die Rendite?
Art der Kapitalanlage
Je größer der Anteil der Beiträge ist, der in Aktien oder Aktienfonds investiert wird, desto größer sind grundsätzlich die langfristigen Renditechancen. Gleichzeitig können die Kurse zwischenzeitlich deutlich schwanken. Sicherheitsorientierte Anlagen sind in der Regel stabiler, aber bieten häufig auch niedrigere Ertragschancen.
Ansparphase
Eine lange Ansparphase kann sich positiv auf die Renditechancen auswirken. Kursschwankungen können sich über einen längeren Zeitraum eher ausgleichen, während die Wirkung des Zinseszinseffekts zunimmt. Ein vorzeitiger Ausstieg kann dagegen nachteilig sein, weil insbesondere Abschlusskosten häufig zu Beginn der Vertragslaufzeit ins Gewicht fallen.
Kosten
Kosten reduzieren unmittelbar die Rendite. Für Interessierte sind insbesondere die Effektivkosten interessant. Diese geben an, um wie viele Prozentpunkte die jährliche Rendite durch die im Vertrag berücksichtigten Kosten sinkt.
Garantien
Garantien schaffen Planungssicherheit, können aber die Renditechancen einschränken. Der Grund: Kapital, das zur Absicherung einer Garantie benötigt wird, steht häufig nicht oder nur eingeschränkt für chancenreichere Anlagen zur Verfügung, da es deutlich konservativer angelegt werden muss. Wie viel Garantie sinnvoll ist, hängt deshalb vom persönlichen Sicherheitsbedürfnis, der Laufzeit und der Risikobereitschaft ab.
Inflation
Entscheidend ist nicht nur die nominale, sondern auch die reale Rendite. Steigen die Verbraucherpreise beispielsweise stärker als das Vertragsguthaben (sogenannte Inflation), verliert das angesparte Kapital trotz eines positiven nominalen Ertrags an Kaufkraft.
Fondsgebundene private Rentenversicherung: Renditechancen durch Kapitalmarktanlagen
Viele Sparer wünschen sich einerseits eine sichere Form der privaten Altersvorsorge, die eine möglichst hohe garantierte Rentenzahlung vorsieht. Andererseits soll der Abschluss einer privaten Rentenversicherung auch lukrativ sein und eine hohe Rendite versprechen. Zwischen Sicherheit und Renditechance besteht jedoch ein Zielkonflikt: Je umfassender eine Garantie ausfällt, desto weniger Kapital kann in der Regel chancenorientiert investiert werden. Moderne Tarife versuchen, beide Anforderungen miteinander zu verbinden.
Im Bereich der privaten Rentenversicherung gibt es verschiedene Angebote, die attraktive Renditechancen bieten. Ein Beispiel ist die fondsgebundene Rentenversicherung. Das Geld des Versicherungsnehmers wird je nach gewählter Anlagestrategie beispielsweise in Aktienfonds, ETFs, Mischfonds oder defensivere Anlagen investiert. Dadurch sollen Versicherungsnehmer von den positiven Entwicklungen der Kapitalmärkte profitieren und so ihr Vertragsguthaben erhöhen.
Die Wertentwicklung ist jedoch nicht garantiert. Je nach Fonds und Marktentwicklung kann das Vertragsguthaben schwanken und zeitweise auch unter den eingezahlten Beiträgen liegen. Eine breite Streuung der Anlagen und eine lange Vertragslaufzeit können das Risiko einzelner Markt- oder Unternehmensentwicklungen reduzieren, schließen Verluste aber nicht aus. Hat der Versicherungsnehmer ein höhere Sicherheitsbedürfnis, kann häufig eine anteilige Beitragsgarantie eingeschlossen werden (Beitragserhalt in Prozent der eingezahlten Beiträge), welche jedoch die erwartbare Rendite reduziert.
Die Höhe der zu erwartenden privaten Rente kann für den Teil der Anlage, der rein in Investmentfonds angelegt ist, lediglich prognostiziert, aber nicht zugesichert werden.
Warum ist der Rentenfaktor wichtig?
Die Rendite beziehungsweise das Vertragsguthaben allein entscheidet noch nicht über die spätere monatliche Rente. Für die Umrechnung des vorhandenen Kapitals in eine lebenslange Rentenzahlung ist der Rentenfaktor von zentraler Bedeutung. Versicherer sprechen häufig von dem garantierten Rentenfaktor, welcher eine Art Umrechnungsfaktor für die monatliche Rentenzahlung ist. Er entspricht der garantierten monatlichen Rente je 10.000 Euro Guthaben zum Rentenbeginn. Beispiel. Beträgt der Rentenfaktor 25 Euro und stehen zum Rentenbeginn 200.000 Euro Vertragsguthaben zur Verfügung, ergibt sich daraus rechnerisch eine monatliche Rente von 500 Euro (200.000 Euro ÷ 10.000 Euro × 25 Euro = 500 Euro).
Fondsgebundene Rentenversicherung der LV 1871
Die LV 1871 bietet mit MeinPlan eine chancenreiche fondsgebundene Rentenversicherung, die flexibel an individuelle Wünsche und Bedürfnisse angepasst werden kann. Versicherte können in bis zu 20 verschiedene Fonds gleichzeitig investieren und die Anlagestrategie bei Bedarf kostenlos anpassen. Außerdem kann mit dem Aktiv-Portfolio Weitsicht auch unter Berücksichtigung ökologischer und sozialer Merkmale vorgesorgt werden. Bei MeinPlan kann darüber hinaus ein fondsgebundener Rentenbezug vereinbart werden. Dabei wird während der Rentenphase ein Teil des Vertragsguthabens weiterhin in Fonds investiert. Das bietet zusätzliche Renditechancen, ist aber weiterhin mit Kapitalmarktrisiken verbunden.
Rendite der klassischen privaten Rentenversicherung
Bei der klassischen Rentenversicherung berechnet sich die Rendite typischerweise aus zwei Faktoren: dem Rechnungszins und der Überschussbeteiligung.
Für die Jahre 2023 und 2024 lag der Rechnungszins bei 0,25 Prozent. Seit 1. Januar 2025 liegt der Höchstrechnungszins für neu abgeschlossene Verträge bei 1,0 Prozent. Der Höchstrechnungszins ist eine gesetzlich festgelegte Obergrenze für den Zinssatz, den Versicherer bei der Kalkulation garantierter Leistungen neuer Verträge verwenden dürfen. Er ist nicht mit der Rendite auf den gesamten Beitrag gleichzusetzen: Ein Teil der Beiträge kann für Abschluss- und Verwaltungskosten sowie für vereinbarte Versicherungsleistungen verwendet werden. Außerdem muss ein Versicherer den zulässigen Höchstrechnungszins nicht vollständig ausschöpfen.
Die Überschussanteile bestehen aus einer Gewinnbeteiligung, die das Versicherungsunternehmen an die Gemeinschaft der Versicherten ausschüttet. Anders als der Rechnungszins ist die Höhe dieser Überschussbeteiligung nicht garantiert.
Mit der Anhebung des Höchstrechnungszinses im Jahr 2025 haben Versicherer bei Neuverträgen wieder mehr Spielraum bei der Kalkulation garantierter Leistungen. Welche Garantie und Gesamtleistung ein konkreter Tarif bietet, muss dennoch anhand der individuellen Vertragsunterlagen geprüft werden.
Im Vergleich zu fondsgebundenen Tarifen bietet eine klassische Rentenversicherung in der Regel geringere Renditechancen, dafür aber eine höhere Planungssicherheit. Sie kann daher für sicherheitsorientierte Anleger infrage kommen, denen garantierte Leistungen wichtiger sind als eine möglichst hohe Rendite.
Bei der klassischen Rentenversicherung setzt sich die Rendite aus zwei Teilen zusammen – dem Rechnungszins und der Überschussbeteiligung. Für die Jahre 2023 und 2024 lag der Höchstrechnungszins bei 0,25 Prozent. Somit wird in der Regel das Guthaben, welches nicht für die Kosten oder für den Risikoschutz der konventionellen Rentenversicherung aufgewendet wird mit maximal 0,25 Prozent garantiert verzinst. Zum 1. Januar 2025 stieg der Höchstrechnungszins für neu abgeschlossene Verträge auf 1 Prozent.
Die Überschussanteile bestehen aus einer Gewinnbeteiligung, die das Versicherungsunternehmen an die Gemeinschaft der Versicherten ausschüttet. Anders als der Rechnungszins ist die Höhe dieses Überschussanteils aber nicht garantiert. Durch die Absenkung des Höchstrechnungszinses wurde die Rendite der klassischen Rentenversicherung gemindert. Dennoch kann diese Variante eine lohnenswerte Form der privaten Altersvorsorge sein – insbesondere für konservative Anleger, die kein Risiko eingehen wollen.
Klassische Rentenversicherung der LV 1871
Mit der klassischen Rentenversicherung der LV 1871 setzen Versicherte auf eine sicherheitsorientierte Altersvorsorge mit garantierten Leistungen. Zusätzlich lässt sich die klassische Rente je nach gewähltem Tarif und persönlichem Bedarf mit einem Schutz bei Berufsunfähigkeit sowie einem Hinterbliebenenschutz kombinieren.
Welche Rendite ist bei einer privaten Rentenversicherung realistisch?
Eine allgemeingültige Prozentangabe ist hierzu nicht möglich. Bei einer fondsgebundenen Rentenversicherung hängt die Wertentwicklung wesentlich von den ausgewählten Fonds und den Kapitalmärkten ab. Bei einer klassischen Rentenversicherung stehen dagegen garantierte Leistungen und eine mögliche, nicht garantierte Überschussbeteiligung im Vordergrund.
Aussagekräftiger als eine einzelne prognostizierte Rendite sind verschiedene Szenarien. Interessierte sollten prüfen, wie sich das Vertragsguthaben und die spätere Rente bei niedriger, mittlerer und höherer Wertentwicklung entwickeln. Hierbei sollten auch die Kosten berücksichtigt werden.
Wichtig: Prognosen sind keine Zusagen. Insbesondere bei fondsgebundenen Verträgen kann die tatsächliche Entwicklung deutlich besser oder schlechter ausfallen.
So lassen sich private Rentenversicherungen vergleichen
Wer die Rendite einer privaten Rentenversicherung beurteilen möchte, kann Tarife anhand folgender Fragen besser vergleichen:
- Wie hoch sind die Effektivkosten des Vertrags?
- Welche Abschluss-, Verwaltungs- und Fondskosten fallen an?
- Welche Leistungen sind tatsächlich garantiert?
- Wie hoch ist der garantierte Rentenfaktor?
- Welche Fonds, ETFs oder anderen Anlagen stehen zur Auswahl?
- Kann die Anlagestrategie kostenlos geändert werden?
- Welche Folgen haben Beitragspausen, Entnahmen oder eine vorzeitige Kündigung?
- Welche Auszahlungsmöglichkeiten bestehen zum Rentenbeginn?
- Wie werden Überschüsse oder Erträge in der Rentenphase verwendet?
Renditeaussichten für unterschiedliche Risikoneigungen
Ob konservativ oder risikofreudig: Für jeden Sparer und jedes Risikoprofil gibt es die unterschiedliche Möglichkeiten der privaten Altersvorsorge:
Eine klassische Rentenversicherung richtet sich vor allem an Menschen, die Wert auf garantierte Leistungen und eine hohe Planungssicherheit legen. Eine fondsgebundene Rentenversicherung kann sich für Anleger eignen, die eine langfristige Beteiligung an den Kapitalmärkten wünschen und zwischenzeitliche Schwankungen akzeptieren können. Tarife mit Teilgarantien bilden einen Mittelweg, wobei eine höhere Garantie meist zulasten der Renditechancen geht.
Neben der klassischen Rentenversicherung und der fondsgebundenen Rentenversicherung gibt es zum Beispiel noch die Basisrente – ein staatlich gefördertes Modell, das insbesondere für Selbstständige sowie Personen mit hoher Steuerbelastung interessant sein kann.
Ob ein Produkt geeignet ist, hängt immer von der individuellen finanziellen Situation, der steuerlichen Behandlung, dem Anlagehorizont, der gewünschten Flexibilität und dem persönlichen Sicherheitsbedürfnis ab.









