Schnellüberblick zum Vermögen der Deutschen

  • Das Nettovermögen der Deutschen ist nach der Corona-Krise deutlich gestiegen – getrieben vor allem durch Börsen und Immobilien; 2025 lag es bei 23,3 Billionen US‑Dollar.

  • Reichtum wird nicht nur über Einkommen, sondern auch über Vermögen definiert: Die reichsten 10 % besitzen mehr als die Hälfte des Vermögens, rund 2,8 Mio. Menschen sind Vermögensmillionäre.

  • Einkommen und Vermögen hängen stark von Bildung, Alter und Region ab: Bessere Abschlüsse bedeuten höhere Einkommen, Westdeutsche verdienen im Schnitt rund 20 % mehr als Ostdeutsche.

Wie sieht es eigentlich aus mit dem Kapital der Deutschen? Vor allem im Hinblick auf die mittlerweile zurückliegende Corona-Krise – hat das Vermögen in dieser Zeit abgenommen oder sogar zugenommen? Letzteres ist der Fall, wahrscheinlich vorallem durch fehlende Konsummöglichkeiten während der Krise aber wohl auch durch einen Mentalitätswechsel. Viele Menschen sind in oder nach Krisen nicht mehr so konsumfreudig und wollen lieber finanziell gut auf die nächste Krise vorbereitet sein.

Das weltweite Vermögen stieg nach Corona auch im Jahr 2025 wieder weiter an. Beim Gesamtvermögen liegt Deutschland auf dem fünften Platz, gleich hinter den USA und China. Beim durchschnittlichen Vermögen pro Kopf liegen die Deutschen allerdings nur auf Rang 14.

Geldmünzen Türme mit Bäumchen darauf

Ergebnis der Studie BCG Global Wealth Report 2025

Laut dem BCG Global Wealth Report stieg das Gesamtnettovermögen der Deutschen im Jahr 2025 um rund 15 Prozent auf 23,3 Billionen US-Dollar. Getrieben von starken Börsen und Immobilien wuchsen die Finanzvermögen auf 12,4 Billionen und Sachwerte auf 13,4 Billionen US-Dollar, während die Zahl der Superreichen (über 100 Mio. Dollar) auf rund 5.000 anstieg.

Ab wann gilt man eigentlich als reich?

Ist man reich, wenn man einen Swimmingpool, eine Villa und einen flotten Sportwagen sein Eigen nennt? Nicht unbedingt. Es gibt aber tatsächlich eine Definition: Wer als Single monatlich 5.780 Euro und mehr in der Tasche hat – netto, versteht sich – gilt als reich. Zumindest wird dies vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales so festgelegt. 4 – 5 Prozent der deutschen Singles sind also reich.

Bei Paaren ohne Kinder hingegen nennt man ein Einkommen von 6750 Euro netto im Monat als die Grenze zum Reichtum. Bei Paaren mit Kindern ist ein gemeinsames Nettoeinkommen ab 9450 Euro die Grenze zum Reichtum.

Immerhin besitzen die reichsten 10 Prozent der Deutschen mehr als die Hälfte des Vermögens.

Wieviele Millionäre gibt es in Deutschland?

Man unterscheidet zwischen Vermögensmillionären und Einkommensmillionären. Als Vermögensmillionäre bezeichnet man Personen mit einem Nettovermögen von mehr als einer Million Euro. Derzeit kommen über 2,8 Mio Personen in Deutschland über diese Grenze. Betrachtet man nur das liquide Finanzvermögen ohne selbstgenutzte Immobilien trifft dies auf ca. 1,6 Mio Personen zu.

Einkommensmillionäre verdienen pro Jahr über eine Million Euro. Das statistische Bundesamt beziffert basierend auf der Lohn- und Steuerstatistik die Gruppe der Einkommensmillionäre auf ca. 34.500 Steuerpflichtige.

Außerdem lässt sich festhalten, dass mit dem Alter der Besitz steigt und je höher das Einkommen ist, desto mehr kann auch zurückgelegt werden. Es dauert schließlich seine Zeit, bis Vermögen auf die Seite geschafft werden kann. Kurz vor der Rente ist dann das Vermögen am größten. Im Ruhestand allerdings schmilzt es dann wieder ganz langsam dahin.

Einkommen und Bildung

Bessere Finanzbildung und Bildung allgemein = größeres Einkommen, so kann man das grob festhalten. Denn Einkommen hängt ganz stark von der Bildung ab. Wer einen besseren Abschluss hat, verdient auch mehr Geld und hat letzten Endes mehr auf der hohen Kante. Hochschulabsolventen haben daher im Schnitt ein deutlich höheres Medianvermögen als Arbeitslose oder jene, die eine Ausbildung absolviert haben.

Regionale Unterschiede in Deutschland

Auch nach mehr als 35 Jahren nach der Wiedervereinigung sind die Gehälter zwischen Ost- und Westdeutschland weit von einem gemeinsamen Niveau entfernt. Vollzeitbeschäftigte verdienen durchschnittlich im Westen immer noch ca. 20 Prozent mehr als Beschäftigte in Ostdeutschland. Auch in den nächsten Jahren ist keine Angleichung in Sicht. Allein die Tatsache, dass große börsennotierte Konzerne, die ihren Mitarbeitern Top-Gehälter zahlen können, überwiegend im Westen ansäßig sind verhindert eine schnelle Angleichung. So arbeiten im Osten deutlich weniger Beschäftigte innerhalb eines Tarifvertrags (42 Prozent) als es im Westen der Fall ist (50 Prozent). Die niedrigeren Lebenshaltungskosten in manchen östlichen Regionen können die nominelle Lohnlücke allerdings abmildern.

Reichtum ist nicht gleich Reichtum

Zum Reichtum gehört unter Umständen mehr als nur ein hohes Gehalt. Reichtum definiert sich nämlich auch durch die Höhe des Vermögens,– also das, was man sich auf die Seite gelegt hat. Und das muss schließlich nicht zwingend aus dem Einkommen stammen, sondern kann auch vererbt worden sein. Was das Vermögen anbetrifft, ist die Mittelschicht in Deutschland eher unauffällig. Der Normalverdiener besitzt im Durchschnitt inklusive Wohneigentum 70.000 Euro. Wer mehr besitzt, also eine Wohnung oder sogar ein Haus, kann sich demzufolge schon als reich bezeichnen.

Nach wie vor aber sind die Vermögen in Deutschland ungleich verteilt. Nur wenige Menschen besitzen große Vermögen und ziehen daher den Durchschnitt nach oben.

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