Gesetzliche Rentenversicherung

Altersarmut verstehen und vorbeugen

  • Altersarmut einfach erklärt

  • Folgen von Altersarmut
  • Für den Ruhestand absichern

Traurige und verzweifelte Seniorin

Schellüberblick

  • Altersarmut ist verbreitet: In Deutschland gilt rund jede fünfte Person ab 65 Jahren als armutsgefährdet.

  • Die Ursachen für Armutsgefährdung: Rentenansprüche fallen aufgrund von niedrigen Einkommen, Teilzeitarbeit, Unterbrechungen im Erwerbsleben sowie fehlender private Vorsorge zu niedrig auf.

  • Vorsorge kann gegensteuern: Nutzen Sie staatliche Förderungen und setzen Sie sich mit Finanzthemen aus, um Ihrem Risiko von Altersarmut proaktiv vorzubeugen.

Was bedeutet Altersarmut eigentlich?

Altersarmut liegt vor, wenn das Einkommen im Ruhestand nicht genügt, um die grundlegenden Ausgaben des täglichen Lebens zu bestreiten. Das ist vor allem bei Menschen mit zuvor dauerhaft niedrigem Einkommen der Fall. Das Problem hört bei dieser Personengruppe aber nicht auf. Auch Teilzeitbeschäftigte, Solo-Selbstständige oder Personen mit unterbrochenen Erwerbsbiografien sind gefährdet. Phasen der Kindererziehung, Pflege von Angehörigen, Arbeitslosigkeit oder längere Krankheitszeiten führen oft dazu, dass sich weniger Rentenansprüche aufbauen lassen.

Altersarmut ist in Deutschland längst Realität. Bereits heute gilt rund jeder fünfte Mensch über 75 Jahre als armutsgefährdet, Tendenz steigend. Das Problem: Immer öfter reicht die gesetzliche Rentenversicherung als Vorsorge nicht aus. Daher entscheidet vor allem die individuelle Vorsorge darüber, ob Sie Ihren Lebensstandard im Alter halten können.

Ab wann spricht man von Altersarmut?

Altersarmut wird anhand von zwei zentralen Maßstäben beurteilt: Armutsrisikoschwelle und Existenzminimum. Sie machen das finanzielle Risiko im Alter greifbar.

Infografik: Altersarmut in Zahlen

Was versteht man unter Armutsrisikoschwelle?

  • Gemäß Statistischen Bundesamtes liegt die Armutsrisikoschwelle bei 60 Prozent des mittleren Einkommens der Gesamtbevölkerung.

  • Personen, deren verfügbares Einkommen unterhalb dieser Grenze liegt, gelten statistisch als armutsgefährdet.

  • In Deutschland betrifft das einen erheblichen Teil der älteren Bevölkerung, wobei der Anteil bei Hochaltrigen (80 Jahre oder älter) deutlich höher ausfällt.

Was ist das Existenzminimum?

Reicht das Einkommen nicht aus, um grundlegende Ausgaben zu decken, greift die Grundsicherung im Alter. Grundlegende Ausgaben sind zum Beispiel Kosten für Miete, Energie, Lebensmittel oder medizinische Versorgung. Somit markiert die Grundsicherung die untere Grenze der finanziellen Absicherung und soll das soziokulturelle Existenzminimum gewährleisten.

Welche Folgen hat Altersarmut?

Altersarmut wirkt sich unmittelbar auf viele Lebensbereiche aus. Fehlen ausreichende finanzielle Mittel geraten Betroffene schnell in eine Abwärtsspirale. Im Ruhestand ist es dann kaum mehr möglich, aus dieser allein herauszukommen. Die Folgen zeigen sich nicht nur im Geldbeutel, sondern auch in Gesundheit und sozialem Leben.

Typische Konsequenzen von Altersarmut sind:

  • Alltägliche Belastungen: Laufende Ausgaben für Wohnen, Energie und Lebensmittel lassen kaum Spielraum. Preissteigerungen treffen besonders hart, da Ausweichmöglichkeiten meist fehlen.

  • Gesundheitliche Nachteile: Notwendige Arztbesuche, Medikamente oder Vorsorgeuntersuchungen werden aus Kostengründen hinausgeschoben oder ganz vermieden. Auch wichtige Hilfsmittel bleiben häufig unerschwinglich.

  • Keine finanziellen Reserven: Rücklagen sind in der Regel nicht vorhanden. Unvorhergesehene Ausgaben, etwa für Reparaturen oder medizinische Notfälle, führen schnell zu neuen finanziellen Problemen.

  • Rückzug aus dem sozialen Leben: Freizeitaktivitäten, Treffen mit Bekannten oder kulturelle Angebote werden eingeschränkt. Fehlende Mobilität verstärkt diesen Rückzug zusätzlich.

  • Dauerhafte Abhängigkeit von Unterstützung: Staatliche Leistungen werden für viele zur festen Stütze. Die damit verbundene Abhängigkeit wird oft als belastend empfunden und kann dazu führen, dass Hilfe aus Scham nicht vollständig genutzt wird.

Diese Folgen machen deutlich, warum Vorsorge so wichtig ist. Gleichzeitig gilt: Altersarmut ist kein festgeschriebenes Schicksal. Unabhängig davon, in welcher Lebensphase Sie sich befinden, können gezielte Schritte helfen, Risiken zu verringern.

Wie kann man Altersarmut vorbeugen? 5 Tipps gegen finanzielle Engpässe im Alter

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Weitere Informationen

Die folgenden fünf Tipps zeigen, wie Sie Schritt für Schritt finanzielle Engpässe im Alter vermeiden können:

Je früher Sie mit der Altersvorsorge starten, desto stärker wirkt sich das auf Ihr späteres Vermögen aus. Ursache dafür ist der Zinseszinseffekt: Nicht nur Ihre Einzahlungen werden verzinst, sondern auch die Erträge, die bereits entstanden sind. Mit jedem zusätzlichen Jahr gewinnt dieser Effekt an Bedeutung, sodass selbst kleine monatliche Beträge über die Zeit deutlich anwachsen können.

Beispiel Zinseszinseffekt:

Angenommen, Sie sparen monatlich 100 Euro und erzielen eine durchschnittliche Rendite von 4 Prozent pro Jahr, die sie direkt wieder anlegen:

  • Mit 25 Jahren starten: Nach 40 Jahren haben Sie rund 118.000 Euro angespart
  • Mit 35 Jahren starten: Bei identischer Sparrate stehen durch die verkürzte Laufzeit von 30 Jahren am Ende nur etwa 69.000 Euro zur Verfügung

Mit einer privaten Rentenversicherung bauen Sie gezielt eine zusätzliche Einkommensquelle für den Ruhestand auf. Sie ergänzt die bestehenden Absicherungen und sorgt dafür, dass Ihr finanzieller Spielraum im Alter größer bleibt, wenn die Leistungen aus der gesetzlichen Rente nicht ausreichen.

Welche Form sinnvoll ist, hängt von Ihrer Lebenssituation und Ihren Zielen ab. Diese Möglichkeiten gibt es:

  • Fondsrente: Kombiniert Altersvorsorge mit Chancen am Kapitalmarkt und eignet sich für einen langfristigen Vermögensaufbau.
  • Basisrente (Rürup): Vor allem für Selbstständige interessant, da Beiträge steuerlich geltend gemacht werden können.
  • Riester-Rente: Besonders für Familien und Menschen mit geringerem Einkommen attraktiv, da staatliche Zulagen einen großen Teil der Einzahlung ausmachen können.

Eine Berufsunfähigkeitsversicherung greift genau dann, wenn Sie Ihren Beruf aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr ausüben können. Konkret greift sie, wenn Sie über sechs Monate Ihren Job zu mehr als 50 Prozent nicht mehr ausführen können. Dann zahlt sie eine monatliche Rente und ersetzt damit einen Teil Ihres wegfallenden Einkommens. So bleiben Sie auch bei längerer Krankheit oder nach einem Unfall finanziell handlungsfähig.

Die Berufsunfähigkeitsversicherung der LV 1871 schützt Sie vor diesem Szenario und sorgt dafür, dass Ihr Einkommen abgesichert bleibt. Entscheiden Sie sich zusätzlich für den Golden BU Vorsorgeschutz müssen Sie sich um die Beitragszahlung für Ihre Altersvorsorge keine Sorgen machen. Werden Sie berufsunfähig, dann übernimmt die LV 1871 Ihre Beiträge.

Der Staat unterstützt die private Altersvorsorge mit verschiedenen Zuschüssen und steuerlichen Vorteilen, die vor allem bei geringem oder mittlerem Einkommen einen deutlichen Unterschied machen können. So lässt sich die eigene Sparleistung erhöhen, ohne dass Sie zusätzliches Geld investieren müssen.

Mögliche Förderungen im Überblick:

  • Riester-Zulagen: Grundzulage sowie Zulagen für Kinder, die direkt dem Vertrag gutgeschrieben werden.
  • Steuervorteile: Beiträge zu bestimmten Vorsorgeformen wie der Basisrente können steuerlich geltend gemacht werden.
  • Vermögenswirksame Leistungen (VL): Zuschüsse des Arbeitgebers, die durch staatliche Förderungen ergänzt werden können.
  • Betriebliche Altersvorsorge (bAV): Als Arbeitnehmer können Sie bei der Entgeltumwandlung in der Ansparphase Steuern und Sozialabgaben sparen. Wichtig ist, den eigenen Anspruch regelmäßig zu prüfen und Fristen einzuhalten, damit Förderungen nicht verloren gehen.

Finanzielle Entscheidungen begleiten Sie ein Leben lang – viele davon wirken sich erst im Alter spürbar aus. Wenn Sie wissen, wie Finanzprodukte funktionieren, welche Kosten und Risiken bestehen und wie staatliche Förderungen eingesetzt werden können, vermeiden Sie teure Fehlentscheidungen und bauen gezielter vor. Finanzbildung bedeutet auch, Verträge zu verstehen, Angebote zu vergleichen und den eigenen Konsum realistisch einzuordnen. Dieses Wissen gibt Ihnen Kontrolle über Ihre finanzielle Zukunft. Zusammengefasst hilft Ihnen Finanzbildung konkret dabei:

  • Risiken besser einschätzen: Sie verstehen, welche Wertschwankungen auftreten können und wie sich langfristige Anlagen sinnvoll einsetzen lassen.
  • Förderungen gezielt nutzen: Sie wissen, welche staatlichen Zulagen, Steuervergünstigungen oder Zuschüsse für Sie infrage kommen und wie Sie diese beantragen.
  • Verträge vergleichen: Sie prüfen Laufzeiten, Beiträge und Leistungen sorgfältig und vermeiden Abschlüsse, die nicht zu Ihrer Situation passen.
  • Ausgaben bewusster planen: Sie setzen Prioritäten bei Ihren Ausgaben und schaffen regelmäßig finanziellen Spielraum für Ihre Vorsorge.

Gegen Altersarmut aktiv werden: Ihre nächsten Schritte

Altersarmut lässt sich nicht von heute auf morgen vermeiden, wohl aber Schritt für Schritt. Frühzeitige Vorsorge, die Absicherung der Arbeitskraft und das Nutzen staatlicher Förderungen bilden dabei die Grundlage.

Ihre persönliche Handlungs-Checkliste:

  • Rentenlage prüfen: Verschaffen Sie sich einen Überblick über Ihre gesetzliche Rente und identifizieren Sie mögliche Versorgungslücken.

  • Sparbetrag festlegen: Bestimmen Sie einen Betrag, der realistisch in Ihren Alltag passt – auch kleine, regelmäßige Summen sind wirkungsvoll.

  • Vorsorge breit aufstellen: Nutzen Sie einen Mix aus gesetzlichen, betrieblichen und privaten Vorsorgelösungen, um Risiken breiter abzusichern.

  • Arbeitskraft absichern: Schützen Sie Ihr Einkommen, damit Ihre Vorsorge auch bei Krankheit oder Unfall nicht ins Stocken gerät.

  • Förderungen im Blick behalten: Informieren Sie sich regelmäßig über staatliche Zuschüsse, Steuervorteile und Fristen, damit Ihnen keine Unterstützung entgeht.

Fazit: Mit der richtigen Strategie ist Altersarmut vermeidbar

Wenn Sie sich frühzeitig mit Ihrer Vorsorge auseinandersetzen, reduzieren Sie finanzielle Engpässe im Alter deutlich. Vorsorge bedeutet vor allem eines: Selbstbestimmung im Alter. Sie sichern sich finanzielle Freiheit, erhalten Ihren Handlungsspielraum und schaffen die Grundlage dafür, Ihr Leben im Ruhestand nach Ihren eigenen Vorstellungen zu gestalten.

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Häufige Fragen

In Deutschland gilt etwa jede fünfte Person ab 65 Jahren als armutsgefährdet. Bei Menschen über 75 Jahren liegt der Anteil noch höher.

Das Risiko von Altersarmut entsteht häufig durch geringe Verdienste, Beschäftigung in Teilzeit oder Minijobs sowie Lücken im Berufsleben. Auch fehlende private Vorsorge und längere Zeiten ohne Erwerbstätigkeit, etwa durch Arbeitslosigkeit oder Krankheit, mindern die späteren Rentenansprüche.

Besonders gefährdet sind alleinlebende Frauen, Geringverdiener, Menschen mit lückenhaften Erwerbsverläufen sowie Solo-Selbstständige ohne ausreichende Vorsorge. Auch Personen mit Migrationshintergrund tragen ein erhöhtes Risiko.

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Wichtiger Hinweis: Diese Informationen stellen ausdrücklich keine Anlageberatung oder Empfehlung dar und erheben trotz größtmöglicher Sorgfalt bei Auswahl und Erstellung keinen Anspruch auf Vollständigkeit, Richtigkeit und Aktualität.

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