Die Studie „Jugend, Vorsorge, Finanzen 2025“ vom Verband Metallrente — das gemeinsame Versorgungswerk des Arbeitgeberverbandes Gesamtmetall und der Gewerkschaft IG Metall – zeichnet ein klares Bild: Junge Menschen haben das Problem der drohenden Altersarmut erkannt und messen privater Altersvorsorge immer mehr Bedeutung zu. Das belegt eine Befragung von 2.500 jungen Erwachsenen im Alter von 17 bis 27. Die Bereitschaft, für das Alter zu sparen, hat laut dieser Ergebnisse zugenommen und junge Menschen haben mittlerweile klare Vorstellungen wie ihre Altersvorsorge auszusehen hat. Das Bild vom ehemaligen „Vorsorgemuffel“ noch vor wenigen Jahren trifft nicht mehr zu.

Haben laut der Studie aus dem Jahr 2019 nur 32 Prozent der Befragten privat für das Alter vorgesorgt, ist der Anteil 2025 deutlich auf 54 Prozent gestiegen. Die Umfrage beschreibt eine Generation, die sehr wohl Verantwortung für das Alter übernehmen will, aber noch besser mit Informationen und Wissen versorgt werden will.

Junge Erwachsene fordern bessere Wissensvermittlung

Laut der Antworten aus der Studie wünschen sich Jugendliche das Thema Altersvorsorge bereits als Fach in der Schule. 87 Prozent würden sich die stärkere Aufnahme der Themen Altersvorsorge, Finanzen und Wirtschaft in die Lehrpläne wünschen. Junge Menschen sind also durchaus motiviert ihre Wissenslücken zu schließen. 91 Prozent der Jugendlichen fordert zudem, dass alle Informationen zur ihrer Altersvorsorge in einer verständlichen Sprache formuliert werden.

Anlagestrategien haben sich geändert

Das klassische Sparen hat scheinbar ausgedient. Noch vor einigen Jahren lagen klassische Sparformen wie Bausparverträge oder festverzinsliche Papiere nahezu gleichauf mit Aktien und Fonds. Inzwischen sind Aktien und Fonds das beliebteste Sparinstrument für die Altersvorsorge der jungen Generation. 62 Prozent der Jugendlichen und jungen Erwachsenen wählen beim Sparen für die Altersvorsorge Aktien und Fonds. Unterschiede zwischen Ost und West gibt es hier so gut wie keine mehr. Gut doppelt so viele junge Menschen wie noch 2019 setzen heute auf Investitionen am Aktienmarkt. Frauen haben in den letzten stark aufgeholt.

Betriebliche Altersvorsorge ist angesagt

Eher überraschend hat sich die bAV zu einer wichtiger Säule der Altersvorsorge bei der jungen Zielgruppe etabliert. Das Vertrauen in Angebote vom Arbeitgeber ist die letzten drei Jahre stark gestiegen. 41 Prozent der Frauen und 38 Prozent der Männer nutzen bereits betriebliche Altersvorsorge, was sie zur dritt beliebtesten Anlageform macht. Vermutlich liegt der Grund bei vermehrter Aufklärung und der Fokussierung der bAV auf immer erstragsstärkere Kapitalanlage.

Was muss private Altersvorsorge können?

Die Befragten legen neben einer lebenslangen Auszahlung vor allem Wert auf einen Mix zwischen Sicherheit und Rendite. Scheinbar ist die hohe Inflation auch ein Grund warum eine Rendite über Inflationsniveau immer mehr Bedeutung gewinnt. 95 Prozent geben an dass eine attraktive Wertsteigerung essentiell für die Auswahl der Anlagestrategie wäre.

Frauen sind besonders von Altersarmut gefährdet

Aus der Studie des Verbands Metallrente geht hervor, dass sich Frauen immer mehr bewusst über ihre Lücke in der Altersvorsorge werden. 2019 sind noch 75 Prozent der jungen Frauen davon ausgegangen, dass sie mit Nachwuchs nur Teilzeit arbeiten werden während nur 40 Prozent der Männer eine Arbeit in Teilzeit in Betracht zogen. Dieses Verhältnis hat sich über die Jahre zunehmends gebessert aber dennoch bleibt die Gefahr der Altersarmut für Frauen hoch. Wissenschaftlicher Leiter der Studie Hurrelmann ordnet diese Zahlen ein: „Viele Frauen gehen Kompromisse ein, weil sie frühzeitig die Gründung einer Familie im Blick haben. Gepaart mit ihrer geringeren Risikobereitschaft ergibt sich daraus ein langfristiges Vorsorgeverhalten, das zu Nachteilen bei der Rente führt.“

Frau betrachtet einen Schwangerschaftstest

Verena Bentele, Präsidentin des Sozialverbands VdK — der größte Sozialverband Deutschlands — fordert schon lange eine „zuverlässige staatliche Altersvorsorge für alle Generationen.“ Bentele fordert eine Rente für alle Menschen, die bei mindestens 50% des letzten Bruttogehalts liegt. Zum Vergleich: Das aktuelle Rentenniveau liegt derzeit nur bei 48%.

Auch deswegen hat der Verband mittlerweile die Kampagne „Rente für alle“ angestoßen, die einen Umbau und Reformierung des Rentensystems fordert und auch eine Diskussion über die Grundrente neu angestoßen hat. Bentele fordert, dass alle Bürgerinnen und Bürger in die gleiche Rentenversicherung einzahlen sollen, ganz egal ob Politiker, Selbstständige oder Angestellte. Nur so sehe laut Bentele ein solidarischer Sozialstaat aus und verweist als Beispiel auf Österreich.

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