Betriebliche Altersvorsorge

Ist die betriebliche Altersvorsorge sinnvoll?

  • Betriebliche Vorsorge gewinnt zunehmend an Bedeutung

  • Darauf sollten Sie achten, damit sich die bAV lohnt

  • Was gegen eine bAV sprechen kann

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Schnellüberblick

  • Die bAV hilft die Rentenlücke zu schließen: Sinkende gesetzliche Renten erhöhen die Rentenlücke und eine zusätzliche Vorsorge wird immer wichtiger.

  • Die betriebliche Altersvorsorge ist besonders sinnvoll bei einer reinen Arbeitgeberfinanzierung oder hohem Zuschuss durch den Arbeitgeber. Steuerliche Vorteile und lange Betriebszugehörigkeit können den Effekt stärken.

  • Prüfkriterien, ob sich ein bAV-Tarif lohnt: Durchführungsweg, Flexibilität bei Jobwechsel und Höhe des Arbeitgeberzuschusses.

Betriebliche Altersvorsorge wird immer wichtiger

Angesichts sinkender gesetzlicher Renten gewinnt die betriebliche Altersvorsorge (bAV) zunehmend an Bedeutung. Denn die gesetzliche Rente allein wird für viele Menschen nicht ausreichen, um ihren gewohnten Lebensstandard im Alter zu halten. Gleichzeitig führt der demografische Wandel dazu, dass weniger Beitragszahler mehr Rentner finanzieren müssen.

Dadurch sinkt das Rentenniveau und immer mehr Menschen müssen mit finanziellen Einbußen im Ruhestand rechnen. Die sogenannte Rentenlücke beschreibt die Differenz zwischen dem letzten Nettoeinkommen vor Renteneintritt und der tatsächlich ausgezahlten gesetzlichen Rente. Da das Rentenniveau derzeit bei rund 48 Prozent liegt und in Zukunft weiter sinken könnte, reicht die gesetzliche Rente für viele nicht mehr aus. Eine zusätzliche Altersvorsorge ist daher essenziell.

Eine Möglichkeit, die Rentenlücke zu schließen, ist die betriebliche Altersvorsorge. Bei der bAV sparen Arbeitnehmende über ihren Arbeitgeber für das Alter, in der Regel durch Entgeltumwandlung und/oder arbeitgeberfinanzierte Beiträge. Welche bAV-Lösung im Einzelfall sinnvoll ist, hängt vor allem von Faktoren wie Einkommenssituation, Höhe des Arbeitgeberzuschusses und der individuellen Berufs- und Karriereplanung ab.

Lohnt sich die bAV?

Ob eine betriebliche Altersvorsorge sinnvoll ist, hängt von mehreren Faktoren ab. Es gibt Situationen, in denen sich eine bAV lohnt, aber auch Fälle, in denen andere Formen der Altersvorsorge vorteilhafter sein können. Nicht für jeden Arbeitnehmer ist die bAV gleichermaßen geeignet. Folgende Faktoren spielen eine Rolle:

  • Der Arbeitgeber übernimmt die Betriebsrente vollständig: In diesem Fall lohnt sich eine bAV besonders – es gibt keinen Grund, auf diesen Vorteil zu verzichten.

  • Der Arbeitgeber leistet einen hohen Zuschuss: Arbeitgeber sind z.B. gesetzlich verpflichtet, bei einer Entgeltumwandlungen mindestens 15 Prozent des umgewandelten Betrags zuzuschießen. Manche Unternehmen bieten jedoch noch höhere Zuschüsse. In solchen Fällen ist die bAV sinnvoll und oft sehr attraktiv. Durch den Arbeitgeberzuschuss entsteht ein unmittelbarer finanzieller Vorteil, da zusätzliches Kapital aufgebaut wird. Der Arbeitnehmer profitiert, indem er diesen Anteil nicht selbst aufbringen muss.

  • Steuerliche Vorteile können genutzt werden: Beiträge zur bAV sind steuerlich begünstigt, sodass sich die Sparsumme langfristig erhöht.

  • Lange Betriebszugehörigkeit geplant: Die betriebliche Altersversorgung (bAV) zeigt ihre größten Stärken vor allem bei einer langen Unternehmenszugehörigkeit, da sich über die Jahre hinweg kontinuierlich Vorteile aufbauen können, die bei häufigen Wechseln oftmals geringer ausfallen.

Was kann gegen eine bAV sprechen?

  • Beschränkte Flexibilität: Wer häufig den Arbeitgeber wechselt, kann unter Umständen Schwierigkeiten haben, die bAV mitzunehmen. Gleichzeitig bestehen mittlerweile in vielen Fällen gute Möglichkeiten zur Mitnahme oder Fortführung des Vertrags, so dass bereits aufgebaute Ansprüche erhalten bleiben.

  • Nachgelagerte Besteuerung: Während die Beiträge in der Einzahlungsphase steuerlich gefördert werden, sind die Auszahlungen im Rentenalter steuerpflichtig. Dies hängt mit dem Prinzip der sogenannten „nachgelagerten Besteuerung“ zusammen, das häufig vorteilhaft ist, da im Ruhestand in der Regel ein niedrigerer persönlicher Steuersatz gilt.

  • Auswirkungen auf die gesetzliche Rente: Werden die Beiträge zur bAV in Form einer Entgeltumwandlung eingezahlt, reduzieren sie das Bruttoeinkommen. Dadurch reduzieren sich die Ansprüche aus der gesetzlichen Rentenversicherung. In der Regel fällt dieser Effekt jedoch meist moderat aus und wird in vielen Fällen durch die zusätzlichen Leistungen aus der bAV mehr als ausgeglichen.

Checkliste: bAV-Angebot prüfen

Die Tarife und Angebote für eine betriebliche Altersvorsorge unterscheiden sich je nach Durchführungsweg und Unternehmen erheblich. Es lohnt sich also, genau zu prüfen, was das Unternehmen seinen Mitarbeitenden anbietet, bevor man entscheidet, ob sich die jeweilige betriebliche Altersvorsorge lohnt. Während einige Firmen attraktive Modelle mit hohen Arbeitgeberzuschüssen oder rein arbeitgeberfinanzierte Betriebsrenten anbieten, halten sich andere an das gesetzliche Minimum. Deshalb ist es wichtig, vor Vertragsabschluss die Konditionen genau zu prüfen.

Infografik bAV sinnvoll: Checkliste zur Prüfung eines bAV-Angebots

1. Welcher Durchführungsweg wird angeboten?

Zum einen ist es entscheidend, welchen Durchführungsweg der Arbeitgeber wählt, denn die bAV kann über eine Direktversicherung, Pensionskasse, Pensionszusage, Unterstützungskasse oder einen Pensionsfonds realisiert werden. Jede dieser Varianten hat unterschiedliche Vor- und Nachteile, die genau betrachtet werden sollten.

2. Wie flexibel ist die bAV?

Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Flexibilität der bAV – also wie gut sie sich bei einem Arbeitsplatzwechsel oder im Falle einer Kündigung anpassen lässt. Denn nicht immer kann eine betriebliche Altersvorsorge problemlos auf einen neuen Arbeitgeber übertragen werden. Wer jedoch häufig den Arbeitsplatz wechselt oder eine höhere Flexibilität benötigt, sollte Alternativen oder Zusatzoptionen wie die private Altersvorsorge in Betracht ziehen. Alternativ besteht häufig die Möglichkeit den bAV-Vertrag beitragsfrei zu stellen. Auf diese Weise bleibt das bereits aufgebaute Kapital erhalten und arbeitet weiterhin für die Altersvorsorge.

3. Wie hoch ist der Arbeitgeberzuschuss?

Wie attraktiv eine bAV ist, hängt stark vom Arbeitgeberzuschuss ab. Übernimmt der Arbeitgeber die Beiträge ganz oder zu großen Teilen, ist das Angebot besonders vorteilhaft. Liegt der Zuschuss nur beim Pflichtzuschuss, sollten die Konditionen genauer geprüft werden.

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Fazit

Im Idealfall kombiniert man die gesetzliche Rentenversicherung mit einer betrieblichen und einer privaten Altersvorsorge, um optimal für den Ruhestand vorzusorgen (siehe auch 3-Säulen-Modell der Altersvorsorge). Die betriebliche Altersvorsorge nimmt dabei eine zentrale Rolle ein, da sie staatliche Förderung mit Arbeitgeberleistungen verbindet und so besonders effizient beim Vermögensaufbau unterstützt. Um zu entscheiden, ob die von Ihrem Arbeitgeber angebotene bAV sinnvoll ist: Prüfen Sie konkret, wie hoch der Arbeitgeberzuschuss ist, wie flexibel der Tarif ist und, ob er zu Ihrer beruflichen Planung passt.

Häufige Fragen

Die betriebliche Altersvorsorge ist insbesondere dann sinnvoll, wenn der Arbeitgeber die Beiträge ganz oder anteilig übernimmt, steuerliche Vorteile nutzbar sind und eine längere Betriebszugehörigkeit geplant ist.

Gegen den Abschluss einer bAV können geringere Flexibilität bei häufigen Jobwechseln, nachgelagerte Besteuerung der Renten und ein moderater Effekt auf Ansprüche aus der gesetzlichen Rente sprechen.

Vor dem Abschluss einer bAV sollten Sie sich folgende Punkte genauer anschauen: Durchführungsweg (z. B. Direktversicherung, Pensionskasse), Flexibilität und die Höhe des Arbeitgeberzuschusses.

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