Narkolepsie und Berufsunfähigkeit: Was gibt es zu beachten?
Berufsunfähig wegen Narkolepsie
Narkolepsie ist eine neurologische Erkrankung, die durch eine gestörte Schlaf-Wach-Regulation gekennzeichnet ist und zu erheblichen Einschränkungen im Alltag führen kann. Typische Symptome der Narkolepsie sind plötzliche Schlafanfälle während des Tages, eine ausgeprägte Tagesschläfrigkeit sowie sogenannte Kataplexien – ein plötzlicher Verlust der Muskelspannung, oft ausgelöst durch starke Emotionen. Es kann auch zu Schlaflähmungen beim Einschlafen oder Aufwachen oder lebhaften Halluzinationen kommen. Diese Beschwerden sind nicht nur belastend, sondern können auch gefährlich werden, wenn sie zum Beispiel beim Autofahren, beim Bedienen von Maschinen oder im Umgang mit Kunden auftreten.
Viele Betroffene fragen sich, ob die Erkrankung Auswirkungen auf ihre berufliche Zukunft hat. Tatsächlich ist eine Kombination aus Narkolepsie und Berufsunfähigkeit keine Seltenheit. Denn gerade die plötzlich auftretenden Schlafattacken und Konzentrationsstörungen können bestimmte Tätigkeiten unmöglich machen. Umso wichtiger ist es, die Erkrankung frühzeitig im Zusammenhang mit der eigenen Erwerbsfähigkeit zu betrachten.
Auswirkungen auf die berufliche Tätigkeit: Abhängig von Symptomen und Verlauf
Ob eine Berufsunfähigkeit durch Narkolepsie vorliegt, hängt sowohl vom Schweregrad der Erkrankung als auch vom Beruf der Betroffenen ab. Besonders problematisch ist die Narkolepsie in Berufen mit hoher körperlicher oder geistiger Verantwortung, wie z.B. bei Piloten, Kraftfahrern, Maschinenführern, medizinischem Personal oder im Erziehungsbereich. Permanente Tagesschläfrigkeit und plötzliche Aussetzer können die sichere Ausübung vieler Berufe unmöglich machen. Ist die Leistungsfähigkeit langfristig eingeschränkt und kann auch durch medikamentöse Therapie keine ausreichende Besserung erzielt werden, kann man durch Narkolepsie berufsunfähig werden.
Wer bereits vor der Diagnose eine Berufsunfähigkeitsversicherung abgeschlossen hat, erhält im Fall der Fälle Leistungen aus der Versicherung. Wichtig ist dabei eine sorgfältige ärztliche Dokumentation, die die Symptome, deren Verlauf und die Auswirkungen auf die berufliche Leistungsfähigkeit nachvollziehbar beschreibt. Ein neurologisches Gutachten kann hierbei eine zentrale Rolle spielen.
Berufsunfähigkeitsversicherung mit Narkolepsie abschließen
Der Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung nach der Diagnose Narkolepsie gestaltet sich deutlich schwieriger. Die Versicherungen führen vor dem Abschluss eine umfassende Risikoprüfung durch, um das individuelle Risiko besser einschätzen zu können.
Ob eine Berufsunfähigkeitsversicherung bei Narkolepsie abgeschlossen werden kann, hängt von der individuellen Krankheitsgeschichte ab. Patienten mit mildem Verlauf und stabiler Medikation haben bessere Chancen als Patienten mit häufigen Kataplexien und unkontrollierbaren Schlafattacken. Je stabiler der Zustand und je geringer die Einschränkungen im Alltag, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, noch einen Versicherungsschutz zu erhalten.
Gesundheitsfragen und Risikoprüfung
Bei Vorerkrankungen stellen Versicherungen in der Regel weiterführende Gesundheitsfragen und verlangen Unterlagen zur Krankheitshistorie. Bei Narkolepsie wird oft neben einem aktuellen neurologischen Befund auch eine Kernspintomographie des Gehirns verlangt. Darüber hinaus können Laborwerte, Therapiepläne oder Einschätzungen des behandelnden Arztes angefordert werden. Eine sorgfältige und wahrheitsgemäße Beantwortung der Gesundheitsfragen ist entscheidend. Falschangaben können dazu führen, dass der Versicherungsschutz im Ernstfall nicht greift. Die endgültige Entscheidung über den Vertragsabschluss hängt vom Zusammenspiel der medizinischen Unterlagen, dem Berufsrisiko und dem allgemeinen Gesundheitszustand des Antragstellers ab. Auch bei positiven Aussichten ist eine Annahme nicht garantiert.
Unter Umständen wird bei Narkolepsie die Versicherung nur mit einem Leistungsausschluss für Erkrankungen des Nervensystems oder mit einem Risikozuschlag möglich. Auch wenn dieser Versicherungsschutz eingeschränkt ist, kann er im Ernstfall vor finanziellen Einbußen schützen. Deshalb sollte man sich in schwierigen Fällen individuell beraten lassen. Es kann jedoch auch passieren, dass der Versicherer den Antrag ablehnt und der Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung nicht möglich ist.
Fazit: Rechtzeitig vorsorgen
Erkrankungen wie Narkolepsie können abhängig von den jeweiligen Symptomen und den Anforderungen des Berufs dauerhaft zur Berufsunfähigkeit führen. Deshalb ist es umso wichtiger, sich bereits frühzeitig um eine Arbeitskraftabsicherung zu kümmern. Denn in jungen Jahren verfügt man meist noch über einen besseren Gesundheitszustand, was den Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung deutlich erleichtert. Sollten bereits Krankheiten vor dem BU-Abschluss bestehen, ist es wichtig sich individuell beraten zu lassen und ggf. eine anonyme Risikovoranfrage zu machen.




