Colitis Ulcerosa und Berufsunfähigkeit: Was sollte man wissen?

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Schnellüberblick

  • Colitis Ulcerosa kann abhängig vom Krankheitsverlauf zu einer dauerhaften Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit und damit zu Berufsunfähigkeit führen.

  • Der Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) ist mit Colitis Ulcerosa grundsätzlich möglich, unterliegt jedoch meist strengen Gesundheitsprüfungen und möglichen Leistungsausschlüssen.

  • Für einen bestmöglichen Versicherungsschutz ist eine vollständige und wahrheitsgemäße Angabe aller Gesundheitsdaten sowie eine Beratung durch Experten besonders wichtig.

Kann man durch Colitis Ulcerosa berufsunfähig werden?

Der Verlauf von Colitis Ulcerosa variiert stark von Person zu Person. Während einige Betroffene nur seltene und milde Schübe erleben, sind andere durch häufige und schwere Episoden erheblich in ihrem Alltag eingeschränkt. Eine Berufsunfähigkeit kann dann eintreten, wenn die Symptome so gravierend sind, dass die Arbeitsfähigkeit dauerhaft beeinträchtigt ist.

Regelmäßige Fehlzeiten aufgrund von Krankheitsschüben, ausgeprägte körperliche Schwäche und Erschöpfung oder Nebenwirkungen von Medikamenten, die die Leistungsfähigkeit stark mindern, können dazu führen, dass eine berufliche Tätigkeit nicht mehr ausgeübt werden kann. Studien zeigen, dass die Diagnose Colitis Ulcerosa bei 19 Prozent der Patienten zu einer Berufsunfähigkeit führen kann (Quelle: DeutschesGesundheitsPortal, 2018).

Symptome und Verlauf

Colitis Ulcerosa gehört neben Morbus Crohn zu den häufigsten chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen (CED). Sie betrifft vor allem den Dickdarm und äußert sich durch entzündliche Schübe, die von symptomfreien Phasen unterbrochen sein können.

  • Chronische Durchfälle, oft mit Blut und Schleim

  • Bauchkrämpfe und Schmerzen

  • Müdigkeit und Erschöpfung (Fatigue)

  • Gewichtsverlust und Nährstoffmangel

Anspruch auf Berufsunfähigkeitsrente

Wurde eine Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) bereits vor der Diagnose abgeschlossen, bietet sie im Ernstfall wertvolle finanzielle Unterstützung. Durch die Auszahlung der BU-Rente kann der Lebensunterhalt gesichert werden, wenn die Arbeit infolge der Krankheit nicht mehr möglich ist. Eine Berufsunfähigkeit liegt prinzipiell dann vor, wenn Betroffene zum Beispiel auf Grund von Colitis Ulcerosa ihrer Tätigkeit nur noch zu weniger als 50 Prozent nachgehen können und das über einen längeren Zeitraum von mindestens sechs Monaten.

Kann man eine BU mit Colitis Ulcerosa abschließen?

Der Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung mit Colitis Ulcerosa ist möglich, aber oft mit zusätzlichen Anforderungen und Einschränkungen verbunden.

Gesundheitsfragen und Risikoprüfung

Versicherer führen grundsätzlich vor Vertragsabschluss eine Risikoprüfung durch. Diese beinhaltet unter anderem auch Gesundheitsfragen, die bei chronischen Erkrankungen wie Colitis Ulcerosa zu Folgefragen führen. Bei einer Vorerkrankung werden spezifische Fragen zur Diagnose gestellt, um den individuellen Krankheitsverlauf einschätzen zu können. Zudem fordern Versicherer oft Unterlagen zum Krankheitsverlauf oder ärztliche Befunde an.

Typische Fragen können sein:

  • Wann wurde die Erkrankung erstmalig diagnostiziert?

  • Wurden Medikamente wie Immunsuppressiva oder Antikörpertherapien verschrieben (z.B. Methotrexat, Infliximab)?

  • Gab es zusätzliche Diagnosen, wie eine Krebserkrankung oder Krebsvorstufen?

  • Wurde eine Darmoperation durchgeführt?

  • Sind aktuell Untersuchungen geplant, oder stehen Untersuchungsergebnisse aus?

  • Wann hatten Sie zuletzt Beschwerten wie Durchfall oder Bauchschmerzen?

Mögliche Entscheidungen des Versicherers

Die Antworten auf diese Fragen beeinflussen die Entscheidung des Versicherers in Bezug auf den möglichen Abschluss der BU-Versicherung.

Je nach Krankheitsverlauf gibt es mehrere Möglichkeiten:

  • Normale Annahme: In sehr seltenen Fällen, z. B. bei symptomfreien Betroffenen ohne Medikamenteneinnahmen, kann ein regulärer Abschluss möglich sein.

  • Ausschlussklausel: Häufig bieten Versicherer an, Colitis Ulcerosa als Ausschlusskriterium aus dem Leistungsspektrum auszuschließen. Das bedeutet, dass die Versicherung keine Leistungen zahlt, wenn die Berufsunfähigkeit direkt durch diese Krankheit ausgelöst wird. Bei allen andere BU-Ursachen greift der Schutz jedoch.

  • Ablehnung: Bei schwerem Krankheitsverlauf oder häufigen Schüben kann der Antrag abgelehnt werden.

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Worauf sollte man achten?

Eine sorgfältige und wahrheitsgemäße Beantwortung der Gesundheitsfragen ist entscheidend. Falschangaben können dazu führen, dass der Versicherungsschutz im Ernstfall nicht greift. Es ist außerdem sinnvoll, sich bei der Antragstellung von einem Experten beraten zu lassen, um die bestmöglichen Konditionen zu erzielen.

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