Laut der ehemaligen Bundesfamilienministerin Franziska Giffey ist das Elterngeld die bekannteste und beliebteste Familienleistung Deutschlands, die frisch gebackene Eltern unterstützt und sicherstellt, dass sie sich auf wichtige Sachen – Familie, Beruf und gemeinsame Zeit – konzentrieren können. Es gibt verschiedene Varianten des Elterngelds, die miteinander kombiniert werden können. Wenn Eltern durch die Betreuung ihres Kindes weniger Einkommen haben, hilft das Elterngeld dabei, die finanzielle Situation der Familie zu sichern.

In diesem Beitrag erfährst du mehr über die verschiedenen Arten des Elterngelds, benötigte Unterlagen für den Elterngeldantrag und weiteres Wissenswertes rund ums Elterngeld.

Elterngeld: Die verschiedenen Arten

Um Eltern in den ersten Monaten nach der Geburt optimal zu unterstützen, sind drei verschiedene Arten von Elterngeld entwickelt worden, die unter Umständen auch kombiniert werden können.

1. Basiselterngeld

Eltern können insgesamt 14 Monate Basiselterngeld beantragen, wenn sich beide an der Betreuung des Kindes beteiligen und somit weniger verdienen können. Dabei kann jedes Elternteil 2 bis 12 Monate in Anspruch nehmen – solange diese in den ersten 14 Lebensmonaten des Kindes liegen. Beide Eltern können Basiselterngeld nur für maximal einen Monat in den ersten 12 Lebensmonaten des Kindes gleichzeitig bekommen.

Auch Alleinerziehende haben die gleichen Ansprüche – sie können bis zu 14 Monate lang Elterngeld beantragen. Um den Anforderungen zu entsprechen, dürfen Eltern nur Elterngeld beziehen, wenn sie unter 32 Stunden in der Woche arbeiten. Je nach Verdienst kann das Basiselterngeld 300 bis 1800 Euro im Monat betragen. Für genauere Zahlen rund um das Elterngeld hilft der Elterngeldrechner des Bundes weiter.

2. Elterngeld Plus

Elterngeld Plus verdoppelt die Auszahlungsdauer und halbiert die monatlichen Bezüge. In Summe erhalten die Eltern also genausoviel wie beim Basiselterngeld, nur dass es zeitlich länger gestreckt wird. Der Vorteil ist aber, dass sich Teilzeitarbeit dadurch deutlich besser lohnen kann. Monatlich gibt es mindestens 150 Euro und maximal 900 Euro. Teilzeitarbeit ist auch hier bis 32 Stunden pro Woche erlaubt. 

3. Partnerschaftsbonus

Wenn beide Elternteile gleichzeitig in Teilzeit (24 bis 32 Stunden pro Woche) arbeiten, sind 2, 3 oder 4 zusätzliche Monate Elterngeld Plus als Partnerschaftsbonus möglich. Voraussetzung ist, dass beide Elternteile den Bonus im exakt gleichen Zeitraum nutzen. Der Partnerschaftsbonus muss über Mein Elterngeld-Antrag beantragt werden. Wichtig: Sollte es durch Krankheit oder notwendige Mehrarbeit Veränderungen in der Wochenarbeitszeit geben können Rückforderungen der Elterngeldstelle anfallen.

Elterngeld ist eine große Unterstützung für junge Eltern.

Wissenswertes

Da bei der Berechnung von Elterngeld viele Faktoren berücksichtigt werden müssen, haben wir wissenswerte und wichtige Fakten rund um das Elterngeld zusammengestellt:

  • Elterngeld ist steuerfrei, aber wird im Steuersatz berücksichtigt.
  • Auch Eltern, die vor der Geburt gar kein Einkommen haben, können Elterngeld beantragen.
  • Das Mindestelterngeld über 300 Euro erhalten alle Eltern, die ihr Kind selbst betreuen und weniger als 32 Stunden in der Woche arbeiten.
  • Es müssen keine Sozialversicherungsbeiträge gezahlt werden.
  • Das Elterngeld beeinflusst den Status bei der Krankenkasse nicht.
  • Um Elterngeld zu bekommen muss keine Elternzeit beim Arbeitgeber genommen werden.
  • Eltern von frühgeborenen Kindern bekommen zusätzliche Monate Elterngeld – so sollen finanzielle Sorgen minimiert werden.
  • Die Einkommensgrenze für Elterngeld liegt für Paare und Alleinerziehende bei 175.000 Euro zu versteuerndem Einkommen.
  • Sofern sie das gleiche Kind betreffen werden Mutterschaftsleistungen auf das  Elterngeld angerechnet.
  • Die Höhe des Elterngelds ist abhängig von der Höhe des Einkommens in den Monaten vor und nach der Geburt.
  • Bei Arbeitslosen wird Elterngeld als Einkommen angerechnet (außer die Eltern waren vor der Geburt erwerbstätig – dann gilt ein Freibetrag von 300 Euro)
  • Eltern mit einem weiteren Kind unter 3 Jahren erhalten einen Geschwisterbonus von 10 Prozent.

Das Elterngeld muss richtig beantragt werden.

Diese Unterlagen benötigst du für den Elterngeldantrag

Um Elterngeld zu bekommen muss rechtzeitig ein Antrag gestellt werden. Dieser muss in den ersten drei Monaten nach der Geburt erfolgen und bei der Stelle für Elterngeld beim Jugendamt eingereicht werden. Wird er zu spät eingereicht verfallen Ansprüche auf das Elterngeld unwiderruflich.

Je nach Bundesland werden andere Formalitäten vorausgesetzt, auf jeden Fall aber werden diese Unterlagen benötigt:

  • Elterngeldformular
  • Geburtsurkunde des Kindes
  • Personalausweiskopie der Eltern
  • Krankenkassenbescheinigungen
  • Arbeitgeberbescheinigungen über genommene Elternzeit
  • Bescheinigungen über Mutterschaftsleistungen, Arbeitgeberzuschüsse und Krankentagegeld während des Mutterschutzes
  • Bei Beamten und Soldaten: Bescheinigungen über Dienstbezüge während des Mutterschutzes

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