Kindervorsorge

ETF-Kinderdepot: Erklärung, Vorteile und Alternativen

  • Langfristiger Vermögensaufbau

  • Bei frühem Start wirkt der Zinseszinseffekt

  • Fondsrente für Kinder als Ergänzung

Vater und Tochter verwalten gemeinsam ihr ETF-Kinderdepot

Schnellüberblick

  • Langfristiger Vermögensaufbau: Ein ETF-Kinderdepot nutzt den langen Anlagehorizont für Zinseszinseffekte und Wachstum.

  • Eltern verwalten, Kind profitiert: Das Depot läuft auf den Namen des Kindes und geht mit Volljährigkeit vollständig an dieses über.

  • Flexibel kombinierbar: ETF-Sparpläne lassen sich ideal durch fondsgebundene Vorsorgelösungen wie MeinPlan Kids der LV 1871 ergänzen.

Was ist ein ETF-Kinderdepot?

Ein ETF-Kinderdepot ist ein Wertpapierdepot, das auf den Namen des Kindes eröffnet wird und dem langfristigen Vermögensaufbau dient. Bis zur Volljährigkeit kümmern Sie sich als Eltern um die Verwaltung, das angelegte Geld gehört jedoch dem Kind.

Mit einem ETF-Kinderdepot legen Sie früh Geld für Ihr Kind in breit gestreute ETFs an. Dass sich dieser frühe Start lohnt, zeigt eine Auswertung der Consorsbank: In den Jahren 2020 bis 2024 erzielten ETF-Depots für Kinder im Schnitt eine Rendite von 19,6 Prozent, bei Erwachsenen-Depots waren es im Vergleich 18,2 Prozent.

Der Grund: Kinderdepots können Marktschwankungen besser aussitzen und profitieren stärker vom Zinseszinseffekt. Zudem erfolgen Anlagen in Kinderdepots meist zur Risikoreduzierung in breit gestreute ETFs.

Merkmale eines Kinderdepots mit ETFs

Investiert wird dabei nicht in einzelne Aktien, sondern gezielt in ETFs. Das sind einige Merkmale von ETF-Kinderdepots:

  • Das Depot läuft auf den Namen des Kindes.

  • Die Eltern übernehmen die Verwaltung bis zum 18. Geburtstag.

  • Das Vermögen gehört rechtlich dem Kind.

  • Die Anlage erfolgt über ETFs statt Einzelaktien.

Typische Beispiele für ETFs sind übrigens der MSCI World oder der FTSE All-World.

Infografik: Was ist ein ETF-Kinderdepot?

Warum lohnt sich frühzeitiges Sparen mit einem Kinderdepot?

Frühzeitiges Sparen mit einem Kinderdepot ist sinnvoll, weil Zeit der wichtigste Renditefaktor beim Vermögensaufbau ist. ETFs eignen sich für diese Art des Sparens besonders gut. Sie ermöglichen eine breite Streuung über viele Unternehmen, Länder und Branchen hinweg und reduzieren so das Risiko einzelner Fehlentwicklungen. Gleichzeitig sind ETFs kostengünstig, transparent und einfach zu besparen.

Die wichtigsten Vorteile auf einen Blick:

  • Früher Start maximiert den Zinseszinseffekt

  • Langer Anlagehorizont gleicht Kursschwankungen besser aus

  • Regelmäßiges Sparen auch mit kleinen Beträgen möglich

  • ETFs bieten breite Diversifikation und geringes Risiko

  • Niedrige Kosten erhöhen die langfristige Rendite

  • Hohe Transparenz und einfache Handhabung

Wie funktioniert ein ETF-Depot für Minderjährige im Detail?

Infografik: ETF-Kinderdepot Schritt für Schritt eröffnen

So eröffnen Sie in vier Schritten ein ETF-Kinderdepot:

Sie eröffnen das Depot bei einer Bank oder einem Online-Broker als gesetzlicher Vertreter Ihres Kindes. Dafür benötigen Sie Ihre eigenen Ausweisdokumente sowie eine Kopie der Geburtsurkunde.

Nach der Eröffnung entscheiden Sie sich für passende ETFs, die Sie besparen möchten. Achten Sie auf eine breite Streuung über Länder und Branchen, um Risiken über die Zeit abzufedern.

Im nächsten Schritt richten Sie einen oder mehrere Sparpläne ein und legen fest, welchen Betrag Sie regelmäßig investieren möchten, etwa monatlich. Die Einzahlungen laufen automatisch und sorgen für einen stetigen Vermögensaufbau.

Sie zahlen über einen längeren Zeitraum regelmäßig ein und lassen das Kapital für Ihren Nachwuchs arbeiten. Sparrate und Sparpläne können Sie bei Bedarf jederzeit anpassen.

Wichtig: Alle Entscheidungen rund um Depot, Sparpläne und Investitionen sollten Sie immer gemeinsam als Eltern abstimmen und langfristig ausrichten.

Worauf sollten Sie bei der Auswahl achten?

Bei einem ETF-Kinderdepot entscheiden sowohl der richtige ETF als auch ein passender Depotanbieter über den Erfolg der Geldanlage. Achten Sie auf einfache, kostengünstige und langfristig ausgerichtete Lösungen.

Wichtige Kriterien für den ETF

  • Wählen Sie einen breit gestreuten Index. Zum Beispiel einen Index auf den Weltmarkt (FTSE All World) oder einen MSCI World mit 70 Prozent Gewichtung in Kombination mit einem Emerging-Markets ETF mit 30 Prozent Gewichtung.

  • Achten Sie auf niedrige laufende Kosten (TER), um Renditeverluste zu vermeiden. Richtwert: eine TER von rund 0,2 Prozent ist bei ETFs üblich.

  • Setzen Sie auf hohe Diversifikation über viele Unternehmen, Länder und Branchen. Vermeiden Sie beispielsweise ETFs, die nur bestimmte Branchen oder Länder abbilden.

  • Stimmen Sie den ETF auf einen langen Anlagehorizont ab, nicht auf kurzfristige Trends.

  • Achten Sie auf ausreichend hohes Fondsvolumen. Denn das Risiko, dass Anbieter ETFs vom Markt nehmen, wenn diese schlecht performen, ist bei neuen oder kleinen ETFs größer. Richtwert: Das Fondsvolumen sollte über 100 Mio. Euro liegen

  • Ausschüttende vs. thesaurierende ETFs: Die in ETFs enthaltenen Aktien schütten regelmäßig Dividenden an die Anleger aus. Je nach Ausschüttungsart gehen die Dividenden auf dem Verrechnungskonto ein (ausschüttender ETF) oder werden direkt wieder reinvestiert (thesaurierender ETF). Bei einem langfristigen Anlagehorizont und mit Fokus auf den Zinseszinseffekt sind eher thesaurierende ETFs sinnvoll.

Wichtige Kriterien für den Depotanbieter

  • Prüfen Sie Gebühren für Depotführung und Sparpläne.

  • Nutzen Sie spezielle Kinder- oder Junior-Depots mit besseren Konditionen.

  • Nutzen Sie Sonderaktionen von Banken, die bestimmte ETFs zum Teil per Sparplan kostenlos besparen lassen.

  • Legen Sie Wert auf transparente und faire Konditionen.

Für wen und wann ist ein ETF-Sparplan für Kinder besonders sinnvoll?

Ein ETF-Sparplan für Kinder richtet sich vor allem an Menschen, die früh beginnen und über viele Jahre Vermögen für ein Kind aufbauen möchten.

Besonders sinnvoll ist ein ETF-Sparplan für

  • Eltern, die frühzeitig für Ausbildung, Studium oder den Start ins Erwachsenenleben vorsorgen möchten

  • Großeltern und Paten, die regelmäßig oder zu besonderen Anlässen Geld für das Kind anlegen wollen

  • Familien mit langem Anlagehorizont, idealerweise über zehn Jahre oder mehr

  • Sparer, die bereit sind, Marktschwankungen auszuhalten und langfristig zu denken

Weniger sinnvoll ist ein ETF-Sparplan, wenn

  • Das Geld bereits in 1 bis 2 Jahren benötigt wird

  • Achten Sie auf niedrige laufende Kosten (TER), um Renditeverluste zu vermeiden. Richtwert: eine TER von rund 0,2 Prozent ist bei ETFs üblich.

  • Der Fokus auf kurzfristiger Verfügbarkeit statt auf langfristigem Wachstum liegt

Sinnvolle Ergänzung oder Alternative zum ETF-Kinderdepot

Ein ETF-Kinderdepot ist eine sehr gute Grundlage für den langfristigen Vermögensaufbau. Je nach persönlichem Wunsch nach Struktur und Planbarkeit kann es jedoch sinnvoll sein, dieses zu ergänzen oder alternativ auf eine fondsgebundene Versicherungslösung für die Kindervorsorge zu setzen.

Bei der LV 1871 ist das mit MeinPlan Kids möglich: 

  • Sparen bereits ab 25 Euro monatlich

  • Investition in Fonds mit langfristiger Ausrichtung

  • Flexible Zuzahlungen und Entnahmen (Cash-to-Go-Option)

  • Spar-Mit-Option für Großeltern, Paten oder Freunde

  • Wahl zwischen Auszahlung zum Erwachsenenstart oder Weiterführung als Altersvorsorge

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Häufige Fragen zum ETF-Kinderdepot

Die Sparrate eines ETF-Kinderdepots sollten Sie so wählen, dass Sie diese Summe an Geld langfristig und regelmäßig besparen können. Üblich sind monatliche Beiträge zwischen 25 bis 100 Euro.

Ein ETF-Kinderdepot wird für Minderjährige eröffnet und von den Eltern verwaltet, während ein Jugenddepot meist ab einem bestimmten Alter mehr Eigenständigkeit erlaubt.

Kinder haben einen eigenen Sparer-Pauschbetrag, den Sie vollständig ausnutzen können.

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Wichtiger Hinweis

Wichtiger Hinweis: Diese Informationen stellen ausdrücklich keine Anlageberatung oder Empfehlung dar und erheben trotz größtmöglicher Sorgfalt bei Auswahl und Erstellung keinen Anspruch auf Vollständigkeit, Richtigkeit und Aktualität.

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