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Zwei Freundinnen stehen nebeneinander und lächeln
6. März 2020

Frauen wissen zu wenig über Finanzen, beschäftigen sich nicht damit und sind deshalb im Alter entweder arm oder abhängig vom Partner. Soweit die landläufigen Vorurteile. Wir haben den Weltfrauentag am 8. März zum Anlass genommen, um bei zwei Kolleginnen im Außendienst nachzufragen, welche Erfahrungen sie tagtäglich im Kontakt mit Vermittlerinnen und Kundinnen machen.

Im Gespräch: Brauchen Frauen spezielle Produkte?

Ganz konkret: Sorgen Frauen anders als Männer fürs Alter vor?

Simone Krackhardt (Filialdirektion München): Wenn „Frau“ den Aussagen und Studien Glauben schenken darf, scheint das so zu sein: Ein Großteil aller Frauen hält finanzielle Unabhängigkeit für wichtig, aber Foto Tanja Schmidtbeschäftigt sich nicht wirklich intensiv damit.

Tanja Schmidt (Filialdirektion Stuttgart): Ich habe das Gefühl, dass Frauen anders vorsorgen als Männer. Frauen sind inzwischen vorsorgebewusster. Sie sind mit guten Storys durchaus für den Kapitalmarkt zu begeistern, bleiben allerdings nach wie vor risikoaverser als Männer. Außerdem erscheint mir das Thema Nachhaltigkeit zudem weitaus bedeutender.

Simone Krackhardt: Allerdings denke ich, dass es immer auch auf die persönliche Entwicklung bzw. Bildung und Lebenssituation ankommt. Im ländlichen Bereich wird als Frau sicherlich anders vorgesorgt als in der großen Stadt. Zum Beispiel: Da wo ich herkomme, also vom Land, sorgt nach wie vor der Mann für die Familie. Und: Frauen geben sicherlich mehr Geld für Klamotten, Kosmetik und Luxusartikel aus, so dass meines Erachtens wenig bis nichts mehr für Altersvorsorge oder Rücklagen übrig ist. Gleichzeitig verdienen Frauen weniger, versorgen Kinder etc.

Wie geht ihr persönlich das Thema an – beratet ihr Frauen anders als Männer?

Tanja Schmidt: Die Produkte sind in der Regel die gleichen. Die Beratung von Frauen ist allerdings in den meisten Fällen anders und zwar wesentlich mehr getrieben vom Bauchgefühl. Die Beziehungsebene ist wesentlich wichtiger – ihr muss mehr Zeit gewidmet werden. Dafür sind sie für meine Begriffe meist die treueren Kunden.

Simone Krackhardt: Ich betreue zwar Frauen als Makler, die sich auf Frauenberatung spezialisiert haben, aber meiner Meinung nach werden keine anderen Produkte angeboten als bei Männern. Der Bedarf ist lediglich ein anderer, daher wird „anders“ beraten. Ich selbst berate Geschäftspartnerinnen nicht anders als Männer. Aber die Geschäftspartnerinnen beraten ihr Kundinnen spezieller. Und ich kann mir gut vorstellen, dass sich Frauen bei Frauen wohler fühlen, wenn sie vom gleichen Geschlecht beraten werden.

Was haltet ihr von Altersvorsorgeprodukten, die speziell auf eine weibliche Zielgruppe zugeschnitten sind? Längst überfällig – oder: so etwas braucht es nicht.

Foto Simone KrackhardtSimone Krackhardt: Frauen sind bei der Anlage des Geldes eher vorsichtig und konservativ eingestellt. Diese Erfahrung habe ich so gemacht und ich erkenne mich da auch selbst (lacht). Ob Frauen andere und spezielle Produkte brauchen, wird ja schon länger in den Medien diskutiert… Ich bin der Meinung, dass es keine speziellen Produkte benötigt, da das lediglich dem Marketing dient und nicht der eigentlichen Lebenssituation unabhängig vom Geschlecht. Daher gibt es ja auch nur noch Unisex-Tarife.

Tanja Schmidt: Ich denke nicht, dass es andere Produkte braucht. Die heutigen Produkte sind so flexibel, dass sie an jede Situation angepasst werden können.

Lücke des Mo­nats: Fi­nan­zi­el­le Gleich­be­rech­ti­gung? Ein Reality-​Check zum Welt­frau­en­tag

Wer kennt sich bei Finanzen besser aus? Wer sorgt mehr fürs Alter vor? Zum Weltfrauentag am 8. März haben wir die gängigsten Vorurteile rund um Frauen und Finanzen aufgegriffen und einem Reality-Check unterzogen. Die Ergebnisse gibt’s als Video:

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