
6. Oktober 2026
Berufsunfähigkeitsversicherung ohne Beruf? Gerade bei Schülern kann ein früher Einstieg entscheidende Vorteile bringen. In seiner Kolumne erklät BU-Profi Guido Lehberg, warum und was die Golden BU für Schüler zu bieten hat.
Warum der beste Zeitpunkt für die BU eines Kindes vor der weiterführenden Schule liegt
Ich erlebe es regelmäßig, dass mich Eltern verdutzt anstarren, wenn ich ihnen empfehle für ihr Kind eine Berufsunfähigkeitsversicherung abzuschließen. Ungläubig kommt dann oft die fragende Aussage ‚aber, unser Kind hat doch noch gar keinen Beruf…‘
Und genau das zeigt mir, dass das Thema Schüler-BU noch nicht überall angekommen ist.
Die BU für Schüler hat enorme Vorteile
Eine Berufsunfähigkeitsversicherung für ein Kind versichert, wenn die BU-Bedingungen entsprechend gut sind, die konkrete Tätigkeit als Schülerin oder Schüler inklusive der damit verbundenen Besonderheiten wie zum Beispiel die Ausstattung des Schulgebäudes und den Schulweg. Anders als im späteren Beruf ist das wichtig, denn eine Schule sucht man sich nicht aus wie den späteren Arbeitgeber, sondern die Schulen im Umkreis sind oft stark begrenzt.
Ist die bisherige Schule nicht barrierefrei, hilft es dem Schüler nicht, dass in der 20km entfernten Nachbarstadt eine entsprechende Ausstattung vorhanden wäre. Anders als beim Arbeitnehmer ist ein solcher Schulweg unzumutbar.
Eine gute Schülerklausel (wir kommen noch dazu, was das konkret bedeutet) berücksichtig diese Merkmale und weicht damit positiv vom eigentlichen Leistungsversprechen der BU-Police ab.
Neben dem eigentlichen Versicherungsschutz ist das ‚einfrieren‘ von Gesundheitszustand und der ‚Berufsgruppe Schüler‘ der nächste große Vorteil des frühen Abschlusses.
Entsprechend gute Versicherungsbedingungen vorausgesetzt lässt sich der spätere Vertrag damit nicht nur im Berufsleben weiterführen, sondern auch ungeachtet von beruflichen und gesundheitlichen Veränderungen erhöhen und damit an den späteren Bedarf anpassen.
Jede Diagnose, jede Therapie, jeder Arztbesuch, der danach dazukommt, spielt dann keine Rolle mehr. Wer wartet, bis das Kind sich für einen Beruf entschieden hat, wartet in aller Regel zehn bis fünfzehn Jahre. In dieser Zeit passiert bei den meisten Kindern gesundheitlich mehr, als die Eltern ahnen, Rückenbefunde in der Wachstumsphase, Konzentrations- und Lernthemen, eine Sportverletzung mit Folgen, eine psychotherapeutische Behandlung, ADHS. All das kann später zu Ausschlüssen, Zuschlägen oder einer Ablehnung führen.
Die LV 1871 ist derzeit der einzige Versicherer, bei dem Kinder bereits ab dem vollendeten 6. Lebensjahr eine echte Berufsunfähigkeitsversicherung erhalten. Die meisten anderen Anbieter öffnen ihre Schülertarife erst ab dem 10. Lebensjahr. Diese vier Jahre können da ein entscheidender Vorteil sein.
Was die Golden BU im Schulalltag konkret leistet
Damit ein Vertrag für ein Kind trägt, muss die Schülerklausel den Alltag eines Kindes abbilden, nicht nur pauschal von Schulunfähigkeit sprechen. Die LV 1871 zählt zu den wenigen Anbietern, die den Schulalltag ausdifferenzieren: die Anforderungen des Schulalltags, die besondere Bedeutung einzelner Fächer, der Schulweg und die bauliche Ausstattung des Schulgebäudes.
Dazu kommt bei der Golden BU der Verzicht auf die abstrakte und auf die konkrete Verweisung. Der Versicherer kann das Kind damit weder theoretisch auf eine andere Tätigkeit verweisen und auch dann nicht, wenn der Schüler zum Beispiel aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr auf dem Gymnasium weitermachen kann, aber aus freien Stücken auf der Hauptschule weiter den Abschluss macht.
Was braucht eine gute BU für Schüler noch?
Eine sehr gute Schülerklausel, wie sie die LV 1871 hat, reicht bei weitem nicht aus, damit ich einen BU-Tarif für Schüler als empfehlenswert einstufe.
Nach der Schule sollte sowohl der Karriereweg im Studium, wie in der Berufsausbildung umfangreich abgesichert werden und es sollte möglichst frühzeitig die Lebensstellung abgesichert sein, die mit erfolgreichem Studium oder nach Ausbildungsabschluss erreicht wird.
Danach braucht es möglichst umfangreiche Nachversicherungsgarantien ohne erneute Risikoprüfung (also im schlechtesten Fall zum vereinbarten Schülerbeitrag), eine Dynamik ohne Obergrenze in der Höhe und mit einer Laufzeit möglichst nah an den Rentenbeginn ran.
Und nicht zu vergessen ist die Option auf eine Verlängerung der Versicherungslaufzeit, wenn sich die Regelaltersgrenze der gesetzlichen Rentenversicherung oder des jeweiligen berufsständischen Versorgungswerks verlängert. Auch hier im besten Fall ohne erneute Risikoprüfung.
Wünschenswert aber kein K.O.-Kriterium ist die Besserstellung des Beitrags, wenn der nach der Schule ausgeübte Berufsweg günstiger ist, als der bisher vereinbarte Beitrag.
Alles das bietet die LV 1871 tatsächlich in ihrer Golden BU an.
Licht und Schatten?
Wer den perfekten Versicherer gefunden hat, der soll mich gerne anrufen, denn ich hab es bisher noch nicht. Und das ändert auch der sehr starke Tarif der LV 1871 nicht. Und wer lange sucht, der findet bekanntlich auch immer etwas.
So hat die LV 1871 keine Dienstunfähigkeitsklausel, die für eine spätere Karriere als Beamter sinnvoll sein könnte. Aber Achtung: auch ohne DU-Klausel bleibt der ehemalige Schüler versichert – auch als Beamter. Er oder sie muss dann eben, wie auch im Angestelltenverhältnis oder als Selbstständiger durch die ganz normale BU-Prüfung, wogegen die DU-Klausel den Prozess deutlich vereinfacht hätte.
Außerdem wird die maximale Nachversicherungsgrenze bei vielen handwerklichen Berufen und in der Pflege nicht an die Grenzen herankommen, die die LV 1871 für Akademiker vorhält. Das ist schade, wird aber teilweise durch die sehr gute Beitragsdynamik wieder ausgeglichen.
Ich weiß, was jetzt jeder denkt…
Lob wirkt schnell billig, wenn der Kontext fehlt. Im Fall meiner lobenden Worte möchte ich deshalb den Kontext herstellen und habe deswegen den großen Vergleich der BU-Tarife für Schüler auf meiner Homepage veröffentlicht.
In diesem Vergleich schneidet die LV 1817 als einer von aktuell fünf BU-Versicherern als unsere Top-Empfehlung ab. Und das eben aus einem sehr guten Grund: die Münchener haben ihre Hausaufgaben gemacht, bieten eine sehr umfassende Schülerklausel, hervorragenden Schutz für Azubis und Studenten, mit die höchsten Nachversicherungsgrenzen für Akademiker, eine unbegrenzte Dynamik und die mit 1.800 Euro aktuell höchstmögliche Rente für Gymnasiasten am Markt. Ach ja, und den frühestmöglichen Beginn einer echten BU am Markt auch noch (mit Eintritt in die Grundschule).
Muss es nun immer die LV 1871 bei Schülern sein? Nein, aber sie sollte aus meiner Sicht immer einer der vorderen Anwärter sein.
Guido Lehberg ist Versicherungsmakler, Geschäftsführer von DIE Versicherungsprofis GmbH in Gütersloh und DER BU-Profi.

Guido Lehberg
DER BU-Profi, Gütersloh
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