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Berufsunfähigkeit kann jeden treffen!

Berufsunfähigkeit

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Berufsunfähigkeit: Was ist das?

Das Gesetz definiert folgenden Mindeststandard:
Berufsunfähig ist, wer seinen zuletzt ausgeübten Beruf, so wie er ohne gesundheitliche Beeinträchtigung ausgestaltet war, infolge Krankheit, Körperverletzung oder mehr als altersentsprechendem Kräfteverfall ganz oder teilweise voraussichtlich auf Dauer nicht mehr ausüben kann.

Als weitere Voraussetzung einer Leistungspflicht des Versicherers kann vereinbart werden, dass die versicherte Person auch keine andere Tätigkeit ausübt oder ausüben kann, die zu übernehmen sie aufgrund ihrer Ausbildung und Fähigkeiten in der Lage ist und die ihrer bisherigen Lebensstellung entspricht.

Schaut man sich die einzelnen Bestandteile genauer an, müssen demnach vier Kriterien erfüllt sein. Zum einen muss die Berufsunfähigkeit ein Dauerzustand sein. Viele Versicherer verkürzen diesen Prognosezeitraum auf sechs Monate. Die Ursache für die Leistungsminderung kann eine Krankheit, eine Verletzung oder ein mehr als altersentsprechender Kräfteverfall sein. Einige Versicherer streichen den Zusatz „mehr als altersentsprechend“. Das vierte Kriterium ist, dass der Versicherungsnehmer seinen zuletzt ausgeübten Beruf nicht mehr ausüben kann.

In aller Regel wird vereinbart, dass bereits eine Beeinträchtigung der beruflichen Leistungsfähigkeit von mindestens 50 Prozent genügt, um eine Leistungspflicht des Versicherers auszulösen. Das Gesetz stellt dem Versicherer frei, die Möglichkeit auf einen Vergleichsberuf individuell zu gestalten. Es gilt daher zu beachten, ob nur dann auf einen neuen Beruf verwiesen werden darf, wenn dieser auch ausgeübt wird (konkrete Verweisung) oder ob auch auf Berufe verwiesen werden darf, die vom Versicherten noch ausgeübt werden könnten (abstrakte Verweisung).

Besteht nur die Möglichkeit einer konkreten Verweisung, muss die versicherte Person keine andere Tätigkeit aufnehmen. Es besteht auch keine Pflicht, einen neuen Beruf zu suchen.

Anders verhält es sich, wenn die Möglichkeit einer abstrakten Verweisung vereinbart wurde. Ist das der Fall, liegt keine Berufsunfähigkeit vor, wenn die versicherte Person einen anderen Beruf ausüben könnte.

Auf einen anderen Beruf darf aber immer nur dann verwiesen werden, wenn die erforderlichen Kenntnisse und Fähigkeiten für diese Tätigkeit vorhanden sind und die bisherige Lebensstellung gewahrt wird. Dies gilt sowohl für die abstrakte, als auch für die konkrete Verweisung.
Ein Beispiel dafür wäre ein Friseur, der aufgrund einer Allergie nicht mehr als Friseur arbeiten kann. Sehen die vertraglichen Bestimmungen die Möglichkeit einer abstrakten Verweisung vor, bestünde kein Leistungsanspruch, wenn aufgrund der bestehenden Kenntnisse und Fähigkeiten ein anderer Beruf, wie z. B. Verkäufer für Kosmetikprodukte möglich ist.

Die häufigsten Ursachen für eine Berufsunfähigkeit

In Abhängigkeit vom Beruf kann die gesamte Palette aller denkbaren Gesundheitsstörungen eine Berufsunfähigkeit auslösen.

Die körperlichen Hauptursachen für eine Berufsunfähigkeit sind:

  • Krebs
  • Erkrankungen des Herzens und des Gefäßsystems
  • Erkrankungen des Bewegungsapparats
  • Psychische Beeinträchtigungen

Psychische Beeinträchtigungen haben in den letzten Jahren stark zugenommen. Mittlerweile haben sie körperliche Schäden als Hauptauslöser für die Berufsunfähigkeit abgelöst.

Berufsunfähigkeit nach Berufsgruppen

Grundsätzlich gilt: Berufsunfähigkeit kann jeden treffen, gleichgültig, welchen Beruf die Person ausübt. Nichtsdestotrotz gibt es Berufe, bei denen das Risiko für eine Berufsunfähigkeit deutlich erhöht ist. Die Berufe mit den höchsten Raten für Berufsunfähigkeit sind unter anderem Dachdecker, Fliesenleger, Metzger und Bäcker.*

Folgende Beispielszenarien sollen veranschaulichen, wie einfach es ist, unvorhergesehen in die Berufsunfähigkeit zu rutschen:


Berufsunfähigkeit – Beispiel 1: Dachdecker

Dachdecker

Der erfahrene Dachdecker Raimund Keller und sein Team haben einen wichtigen Auftrag bekommen: Ein beliebtes Wellness-Hotel in einem Kurort soll durch einen Neubau erweitert werden.

Da in der Anfangsphase des Projekts einige Missverständnisse bei der Kommunikation zwischen der Baufirma und dem Hotel auftraten, befindet man sich nun mit dem Bau etwas im Verzug.

Die Eröffnung des Anbaus rückt jedoch rasch näher, aus diesem Grund wird auch bei unvorteilhaftem Wetter weitergearbeitet.

Am Ende des Arbeitstags bemerkt Raimund, dass er ein Werkzeug auf dem Dach liegen gelassen hat.

Eilig klettert er noch einmal nach oben, um das vergessene Werkzeug einzusammeln.

Durch den anhaltenden Regen ist das Dach rutschig geworden: Raimund strauchelt, verliert das Gleichgewicht und stürzt acht Meter in die Tiefe.

Eine auf halber Höhe hängende Markise federt seinen Sturz ab, dennoch wird Raimund schwerverletzt ins Krankenhaus transportiert.

Glücklicherweise liegt keine Rückenmarksverletzung vor, nichtsdestotrotz kann Raimund aufgrund mehrerer Wirbelfrakturen und einer daraus resultierenden dauerhaften Beeinträchtigung der Beweglichkeit seinen Beruf nicht mehr ausführen – er leidet an dauerhafter Berufsunfähigkeit.


Berufsunfähigkeit – Beispiel 2: Sozialarbeiterin

Junge Frau mit Brille arbeitet am Laptop

Marina Mai ist Sozialarbeiterin. Dieser Job ist für sie nicht nur ein Beruf, sondern eine Berufung.

Seit einigen Jahren arbeitet sie für das städtische Jugendamt. In ihren Aufgabenbereich fällt nicht nur die Beratung problembelasteter Familien und die gemeinsame Ausarbeitung konkreter Lösungsvorschläge, sondern auch das Eingreifen in Notsituationen.

Seit circa eineinhalb Jahren häufen sich diese Notfälle. Die familiären Dramen, mit denen Marina bei der Arbeit konfrontiert wird, machen sie oft sehr traurig.

Sie fühlt sich müde und mutlos und zieht sich immer weiter zurück.

Die Arbeit scheint ihr wie ein unüberwindbarer Berg an Schwierigkeiten, von ihrer einstigen Begeisterung für ihren Beruf spürt sie nicht mehr viel.

Stattdessen würde sie immer öfter am liebsten alles hinschmeißen.

Als Marina sich endlich dazu durchringt, zum Arzt zu gehen, steht die Diagnose schnell fest: Marina leidet unter Burnout.

Der Arzt diagnostiziert eine vorläufige Berufsunfähigkeit für sieben Monate.

Nach Ablauf dieser Zeit soll festgestellt werden, ob eine dauerhafte Berufsunfähigkeit vorliegt.


Berufsunfähigkeit – Beispiel 3: Metzger

Ein Metzger in blauer Schürze

Walter Tamm ist Metzger. Aufgrund der hervorragenden Qualität des Fleisches und des guten Service ist seine Metzgerei in der Gegend sehr beliebt.

Auch der Catering-Service, den Walter seit einem halben Jahr anbietet, läuft gut.

Für eine Hochzeitsgesellschaft muss er noch eine große Menge an Schweinebraten vorbereiten. Da Walter an diesem Tag zwei neue Azubis einlernen musste, ist er etwas gestresst.

Als er ein großes Stück Fleisch weiter zerteilen möchte, hat seine Unaufmerksamkeit Konsequenzen: Das Beil rutscht ab und er trennt sich versehentlich zwei Finger ab.

Glücklicherweise befindet sich noch Verkaufspersonal in der Schlachterei, das unverzüglich den Krankenwagen ruft.

Trotz des Verlusts seiner Finger ist Walter schnell wieder wohlauf.

Da er mit den fehlenden Fingern aber wichtige Tätigkeiten in seinem Betrieb nicht mehr ausüben kann, besteht Berufsunfähigkeit.

 


Berufsunfähigkeit – Beispiel 4: Schauspieler / Tänzer

Junger Mann springt in die Luft

Tim Meyer tanzt schon, seitdem er ein kleiner Junge war.

Dass das Tanzen für ihn mehr als ein Hobby sein sollte, wusste er schon immer – deshalb machte er es zu seinem Beruf.

Seit seiner Jugend tanzt er in Musicals und Theaterstücken und verdient damit genug, um seinen Lebensunterhalt zu bestreiten.

Als Tim eines Nachts mit einem Freund im Auto von einem Diskobesuch nach Hause fährt, rutscht der Wagen in einer Ölpfütze aus, gerät ins Schleudern und prallt gegen einen Baum.

Glücklicherweise überleben beide, Tim erleidet jedoch einen schweren Trümmerbruch des rechten Beins.

Schnell ist klar, dass er nie wieder professionell tanzen können wird. Es liegt somit eine dauerhafte Berufsunfähigkeit vor.

Feststellung der Berufsunfähigkeit

Der Eintritt einer Berufsunfähigkeit muss vom Versicherungsnehmer bewiesen werden.

Allerdings hat der Versicherer die Pflicht, ihn dabei zu unterstützen. Er muss aufzeigen, welche Belege notwendig sind, damit die Anspruchsvoraussetzungen geprüft werden können. Der Versicherungsnehmer muss seinen bisherigen Beruf detailliert beschreiben und Einkommensnachweise vorlegen, die seine soziale Stellung belegen. Zum Nachweis der bestehenden Leistungseinschränkungen ist ein ärztlicher Bericht vorzulegen.

Der Versicherer fordert in aller Regel auch alle Facharztbriefe und Klinikberichte an, um ein umfassendes Bild über die Krankengeschichte zu erhalten. Letztlich kann es auch notwendig sein, durch ein ärztliches Gutachten die bestehenden Leistungseinschränkungen objektiv feststellen zu lassen. Ein solches Gutachten wird dann vom Versicherer in Auftrag gegeben.

Sie sind berufsunfähig? Wie geht es weiter?

Um im Fall einer Berufsunfähigkeit nach wie vor finanziell abgesichert zu sein, lohnt sich oft der Abschluss einer BerufsunfähigkeitsversicherungAls Arbeitnehmer stehen Ihnen jedoch verschiedene Möglichkeiten offen, trotz der Diagnose „Berufsunfähigkeit“ weiterhin erwerbstätig zu sein.

Eine besonders beliebte Option ist die Umschulung. Ziel der Umschulung ist, dem berufsunfähigen Arbeitnehmer neue Kenntnisse zu vermitteln, die ihn für einen bisher nicht ausgeübten Beruf qualifizieren.

Weitere mögliche Perspektiven im Fall einer Berufsunfähigkeit sind eine Weiterbildung oder eine berufliche Neuausrichtung. Diese Möglichkeiten gehen jedoch im Normalfall nicht nur mit einem erhöhten organisatorischen Aufwand, sondern auch mit finanziellen Belastungen einher.

Es gibt jedoch viele Fördermöglichkeiten, beispielsweise durch die gesetzliche Rentenversicherung oder die Bundesagentur für Arbeit. Ein persönliches Gespräch mit der zuständigen Stelle hilft oft schnell weiter und gibt einen nützlichen Überblick darüber, welche Möglichkeiten dem Arbeitnehmer trotz Berufsunfähigkeit offen stehen.

*Quelle: mapreport Statista 2017

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